07.05.2012 07:29 Shakespeare-Komödie von Sir John Falstaff

Theater in München: Die Premiere im im Prinzregententheater von Verdis Falstaff findet am 18. Mai statt

Quelle: Wikipedia, Foto: Matthias Kern

Von: Anke Michaelis

Im Prinzregententheater findet am 18. Mai die Premiere von Verdis Falstaff statt. Die letzte eigene Inszenierung des Intendanten Ulrich Peters für das Gärtnerplatztheater ist zugleich die erste außerhalb des Hauses, das sich dann schon in Sanierung befindet. Die Proben haben begonnen.

 

Tutto nel mondo è burlà / Alles ist Spaß auf Erden – Dieses Fazit zieht Verdi am Ende seines reichen künstlerischen Schaffens in der Schlussfuge seines letzten Opernwerks, der Shakespeare-Komödie von Sir John Falstaff.

 

Ein in vielfacher Hinsicht besonderer Zeitpunkt verleiht dem Motto des Falstaff zur Premiere am 18. Mai 2012 hier zusätzlich an Bedeutung: Die letzte eigene Inszenierung von Intendant Ulrich Peters für das Gärtnerplatztheater ist zugleich die erste, die das Theater außerhalb seines Stammhauses zeigt. Das Theater am Gärtnerplatz ist ab dem
1. Mai für mehrere Jahre in Sanierung und kann so lange nicht bespielt werden. Intendant Peters beendet seine Arbeit für München zum Ende dieser Saison und übernimmt die Intendanz des Theaters Münster. Jetzt freut er sich, noch einmal mit seinem Ensemble und dem spielfreudigen Gärtnerplatz-Chor auf der Bühne zusammen zu arbeiten.

 

Mit seiner letzten Münchner Inszenierung setzt Peters einen markanten Schlusspunkt hinter eine ihm besonders wichtige kleine Reihe seiner Intendanz-Zeit. Nach den Münchner Erstaufführungen von I Masnadieri und Giovanna D’Arco, zwei frühen Verdi-Opern, schließt sich der kleine Verdi-Zyklus im Gärtnerplatz-Spielplan mit dessen letztem Opernwerk – einer Komödie.

 

…rein zum Zeitvertreib habe Verdi den Falstaff zu schreiben begonnen, schrieb er 1881 an Ricordi, rein zum Zeitvertreib, ohne vorgefasste Gedanken ohne Pläne; ich wiederhole, zum Zeitvertreib! Weiter nichts! Es entstand eine szenische, sprachliche und musikalische Vielschichtigkeit, auf eine Weise durchdrungen, die ihresgleichen sucht. In Szene gesetzt von feinst differenzierten Shakespeare’schen Bühnencharakteren in deren Zentrum der liebenswerte alkoholzugeneigte Ritter Sir John Falstaff steht. Ergötzlicher Typ des Schelms; ewig wahr, hinter verschiedenen Masken, zu jeder Zeit, an jedem Ort (Verdi)

 

Bewährte künstlerische Kräfte nehmen sich des Falstaff an.

Lukas Beikircher, 1. Kapellmeister und stellvertretender Chefdirigent freut sich für seine letzte Einstudierung mit dem Ensemble und Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz auf die musikalischen Möglichkeiten des Prinzregententheaters mit seinem großen Orchestergraben und seiner hervorragenden Akustik, die den großen Verdi in seinem ganzen Klangreichtum zur Geltung bringen kann.

 

Die – im Vergleich zum heimischen Gärtnerplatztheater – geräumige Bühne und die Kostüme gestaltet Christian Floeren, dem Gärtnerplatz-Publikum bereits durch seine Ausstattungen der Hochzeit des Figaro, Boccaccio und Grand Hotel bekannt.

 

In der Titelpartie des Falstaff Gregor Dalal gibt seinen Münchner Abschied. Der Bassbariton machte sich in den vergangenen Jahren mit vielen Aufgaben auf der Gärtnerplatz-Bühne einen Namen, darunter William in Der Untergang des Hauses Usher, Fürst Nicia in Der geduldige Socrates, Krusina in Die verkaufte Braut aber auch Brundibár in der gleichnamigen Kinderoper mit dem Kinderchor des Gärtnerplatztheaters.

 

An seiner Seite stehen zahlreiche namhafte Kollegen, viele von ihnen in ihren letzten Partien für den Gärtnerplatz wie: Gary Martin, Robert Sellier, Hans Kittelmann, Mario Podrečnik, Heike Susanne Daum und Sandra Moon, Christina Gerstberger und Franziska Rabl.

 

Die Proben zu Falstaff finden derzeit noch im Probengebäude des Gärtnerplatztheaters in der Harthauser Straße statt. Ab dem 10. Mai probt das Ensemble auf der Prinzregententheater-Bühne.

 

Zum Inhalt: Falstaff ist in Geldnöten und sucht mit den reich verheirateten Damen Alice und Meg lukrative Liebeshändel. Doch dummerweise zeigen die beiden einander die Liebesbriefe des Schürzenjägers und beschließen, ihm eine Lektion zu erteilen. Das arrangierte Schein-Rendezvous mit Falstaff eskaliert, da Alices eifersüchtiger Ehemann Wind von der angeblichen Liaison bekommen hat. Nur mit knapper Not entrinnt Falstaff der brenzligen Situation. Aber in seinem unverwüstlichen Selbstvertrauen lässt er sich erneut auf ein Stelldichein mit den reichen Gattinnen ein. Beim nächtlichen komödiantischen Masken- und Verwirrspiel, an dem sich auch die eingeweihten Männer beteiligen, kommt es zu allerlei Eifersuchtsszenen, Missverständnissen, falschen und richtigen Hochzeiten – und es ist nun nicht mehr nur Falstaff, der genarrt wird.

 

 

Falstaff

Commedia lirica in drei Akten von Giuseppe Verdi
Libretto von Arrigo Boito

 

Premiere: Fr., 18. Mai 2012, 19.30 Uhr

Prinzregententheater

 

Musikalische Leitung

Lukas Beikircher

Inszenierung

Ulrich Peters

Bühne und Kostüme

Christian Floeren

 

 

Besetzung:

Sir John Falstaff:

Gregor Dalal

Ford, Alicens Mann:

Gary Martin

Fenton:

Robert Sellier

Dr. Cajus:

Hans Kittelmann

Bardolph:

Mario Podrečnik

Pistol:

Martin Hausberg

Alice Ford:

Heike Susanne Daum / Sandra Moon

Nannetta:

Christina Gerstberger

Mrs Quickley:

Ann-Katrin Naidu

Meg Page:

Franziska Rabl

Ein Freund Falstaffs:

Dieter Kettenbach

Chor und Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz, Statisterie

 

 

Termine:         Premiere Fr., 18. Mai 2012, 19.30 Uhr, Prinzregententheater

18., 22., 23., 26., 27.*, 31. Mai, 2., 4.* Juni 2012 im Prinzregententheater           * = KiJu 8,- €

 

 

Für das Prinzregententheater gelten die üblichen Kartenverkaufs-Bedingungen und Preise. Auch die KiJu-Regelung wird hier beibehalten.

Tickets 6,- bis 44,- € / erm. 8,-€ unter 089.21 85 19 60 oder gaertnerplatztheater.de

 

 

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