03.04.2015 08:00 Ballet von Robert North

Theater in Mönchengladbach: Petruschka / Offenbach - der melancholische Petruschka verliebt sich in die eitle Ballerina

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Der melancholische Petruschka verliebt sich in die eitle Ballerina, die ihn jedoch zurückweist, weil sie selbst den prachtvoll gekleideten Mohren liebt; (c) siehe Bilder

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Von: GFDK - Theater Krefeld und Mönchengladbach

Paris – die schillernde Metropole erblüht in den Jahren der Belle Epoque zum Zentrum moderner Kunst und lockt Künstler, Komponisten und Kreativköpfe aus ganz Europa an.

Theater in Mönchengladbach

Das legendäre “Ballets Russes” unter Leitung von Sergej Djagilew feiert hier mit der Uraufführung “Der Feuervogel” 1910 einen sensationellen Erfolg. Über Nacht wird Igor Strawinsky als Ballettkomponist berühmt und erhält sogleich seinen nächsten Auftrag. „Bei dieser Arbeit hatte ich die hartnäckige Vorstellung einer Gliederpuppe, die plötzlich Leben gewinnt“, erzählt Strawinsky über die Entstehung seines Balletts “Petruschka” nur ein Jahr später.

Eingebettet in das bunte Treiben eines Jahrmarkts erleben wir das Puppen-
spiel eines Gauklers, dessen Marionetten durch eine magische Flötenmelodie zum Leben erweckt werden und sich gleich in ein unheilvolles Beziehungsdrama verstricken: Der melancholische Petruschka verliebt sich in die eitle Ballerina, die ihn jedoch zurückweist, weil sie selbst den prachtvoll gekleideten Mohren liebt. Der Verschmähte sucht die Auseinandersetzung mit dem vermeintlichen Widersacher und bezahlt dafür schließlich mit dem Leben.

Die Fülle komödiantischer Situationen und der Gleichnischarakter der Geschichte bieten Ballettdirektor Robert North exzellente Möglichkeiten für seine tänzerische Version, die dem Geist der Musik gerecht wird, gleichzeitig aber die Verbindung zur Gegenwart sucht.

In Paris begann auch die Karriere des jungen Cellisten Jakob Eberst aus Köln, der sich später nach dem Geburtsort seines Vaters Jacques Offenbach nennt. Leichtigkeit, Witz und Esprit beflügeln seine Fantasie beim Komponieren kleiner, frecher Bühnenwerke, mit denen er dem Publikum einen Spiegel vorhält und lachend die Wahrheit sagt.

Offenbach ist als Schöpfer der Operette unsterblich geworden, und aus dieser Überzeugung heraus entwickelt Robert North seine grandiose Idee für eine originelle Choreografie: So wie der Komponist einst den Dichter E. T. A. Hoffmann zu seinem Opernsujet erkor, wird er selbst zum Ballettprotagonisten: Angelehnt an sein berühmtes Werk “Orpheus in der Unterwelt” kommt Offenbach – bei North – aus eben jener zurück und landet im Paris der 1920er Jahre, das er selbst nicht mehr erlebt hat. Mit der Reise in die Zukunft verbinden sich natürlich spannende Erlebnisse, wie z. B. Begegnungen mit Pablo Picasso und Igor Strawinsky …

Freunde der Kunst

Unter der musikalischen Leitung von Alexander Steinitz werden die Niederrheinischen Sinfoniker diesem facettenreichen und fantasievollen Ballettabend orchestralen Glanz verleihen.

saskia.fetten@remove-this.theater-kr-mg.de