10.05.2015 09:00 Benjamin Britten

Theater in Mönchengladbach: Peter Grimes - Thema des Außenseiters in einer Gesellschaft

Peter Grimes oper

Als ein neuer Lehrjunge deutliche Zeichen von Misshandlungen aufweist, erhärten sich die Verdachtsmomente gegen Peter Grimes jedoch; (c) siehe Bilder

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Von: GFDK - Theater Krefeld und Mönchengladbach

Als sein Lehrjunge tot aufgefunden wird, beschuldigt man den raubeinigen Fischer Peter Grimes des Mordes. Ohnehin ist Grimes im englischen Hafenstädtchen Borough alles andere als beliebt.

Theater in Mönchengladbach

Die engstirnigen Kleinstädter, allen voran Bürgermeister Swallow, suchen fieberhaft nach Beweisen für seine Schuld. Einzig die Lehrerin Ellen Orford und Kapitän Balstrode halten zu Grimes. Als ein neuer Lehrjunge deutliche Zeichen von Misshandlungen aufweist, erhärten sich die Verdachtsmomente gegen Peter Grimes jedoch. Der Plebs rottet sich zur Lynchjustiz zusammen.

Bereits in seiner ersten großen Oper beschäftigte sich Benjamin Britten mit dem Thema des Außenseiters in einer Gesellschaft, die von Neid und Misstrauen durchwachsen ist. Leitmotivartig durchzieht dieses Thema sein gesamtes nachfolgendes Opernschaffen. Der Plot der Geschichte geht auf den englischen Heimatdichter George Crabbe (1754 – 1832) zurück und beschäftigte Britten bereits seit längerer Zeit. In Montagu Slater fand er schließlich den geeigneten Librettisten, der die Geschichte operntauglich bearbeitete.

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“Peter Grimes” wurde am 7. Juni 1945 in Sadler’s Wells (heute: English National Opera) uraufgeführt und spielte sich, als erste englische Oper seit der Zeit G. F. Händels und Henry Purcells, auf Anhieb in das Weltopernrepertoire. Britten gelingt mit seiner Komposition ein expressives, von Erinnerungsmotiven getränktes Tongemälde hochdramatischen Ausdrucks! Mal rezitativisch deklamierend, mal arios ausufernd und stets auf das Unterbewusste des Hörers abzielend, erreicht seine Musik eine frappierend direkte Wirkung, die die Drastik der düsteren Handlung atemberaubend illustriert.

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