29.03.2012 07:54 von Alejandro Tantanian

Theater in Mannheim: Nie war der Schatten - Chamisso’s Erzählung von Peter Schlemihl, der seinen Schatten verkauft bis 20.4.2012

Fotos: Christian Kleiner

Von: Sandra Strahonja

 

Chamisso’s Erzählung von Peter Schlemihl, der seinen Schatten verkauft und als Entdecker in die Welt hinaus flieht, bildet die Grundlage für die Stückentwicklung des argentinischen Regisseurs und Autors Alejandro Tantanian: Was ist dieses sonderbare Ding, unser Schatten? Im Schatten wohnt laut Volksglauben die Seele, und wer keinen Schatten hat, der muss ein arger Schuft sein. Ein „metaphysischen Pirat“ (Roberto Casati) der Künstler wie Wissenschaftler, Poesie wie Erkenntnis gleichermaßen beflügelt hat. In Nie war der Schatten steht ein Mann alleine vor dem Publikum, hinter ihm ein Kuriositätenkabinett aus Wissenschaft und Wunder, Schatten und Träumen. Ein Vortrag, ein Schattenspiel und die Geschichte eines Menschen, der sich seiner selbst nicht mehr sicher sein kann.
Adalbert von Chamisso setzte mit seinem Peter Schlemihl dem Schatten 1813 ein literarisches Denkmal und löste eine Flut von Schatten-Literatur aus. Wie eine düstere Antwort auf Chamisso wirkt Andersen‘s fast 50 Jahr später veröffentlichtes Schauermärchen Der Schatten. Die beiden Erzählungen tauchen in Nie war der Schatten als Gegenpole und Spiegelbilder auf, zwei Erzählungen vom Verlangen nach Wissen und Macht und der Einsamkeit der Schattenlosigkeit. Der Titel des Stücks, Nie war der Schatten, ist der wohl bekanntesten Arie des Barock aus Hänels Oper Xerxes entnommen.

Der argentinische Regisseur Alejandro Tantanian inszeniert mit einer hohen Musikalität und adaptierte in der Vergangenheit verschiedene Werke der Weltliteratur für die Bühne. Am Nationaltheater hat er bereits drei Inszenierungen herausgebracht. Seine erste Arbeit für Mannheim entstand 2007 in enger Zusammenarbeit mit seinen argentinischen Schauspielern für die 14. Internationalen Schillertage. 2009 und 2010 inszenierte er mit dem Ensemble des Nationaltheaters erst die Romanadaption von Franz Kafkas Amerika und dann Brecht und Weills Dreigroschenoper.

 

Sandra Strahonja
-Pressereferentin Oper und Schauspiel-

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