15.07.2014 09:00 Musik-Kabarett SCHATZKISTL

Theater in Mannheim: Alles im Garten frei nach Edward Albee - eine bitterböse Satire

Edward Albee hat mit „Alles im Garten“ eine bitterböse Satire verfasst; (c) Musik-Kabarett SCHATZKISTL

Von: GFDK - Musik-Kabarett SCHATZKISTL

USA. Ein gut bürgerliches Wohnviertel. Gediegene kleine Villen mit gepflegten Vorgärten prägen das Stadtbild. Ein bürgerliches Idyll.

Theater in Mannheim

Jenny und Richard ziehen mit ihrer 15jährigen Tochter Liv in diese Gegend, Richard ist Chemieingenieur, Jenny Hausfrau und Mutter. Frank und Sally sind ebenfalls neu in dieser Gesellschaft. Es wird in diesem Viertel eine gute Nachbarschaft gepflegt, was sich darin äußert, dass die „Neuen“ zu einer Party eingeladen werden. Dort erleben sie nun eine unglaubliche Vorführung: anders als erwartet begegnen sie nicht ihresgleichen, sondern einer Gesellschaft, in der man sich mit Versace und Gucci kleidet, Champagner trinkt, edelsten Kaviar speist und Zigarren raucht, die für den Normalbürger allenfalls als Einzelstücke an Feiertagen leistbar sind.

Wie können sich diese Menschen, die doch alle ähnliche Berufe haben wie man selbst, diesen Lebensstandard leisten? Die bürgerliche Seele schwankt zwischen dem Wunsch, unbedingt dazuzugehören, und der Angst, diesen Standard nicht erfüllen zu können und dadurch ihre Gruppenidentität zu verlieren. Erst in einem zweiten Schritt – in häuslicher Separation – fragt man sich, wie die anderen trotz gleicher Voraussetzungen zu so einem Reichtum kommen können.
Die Antwort erhalten beide Paare kurze Zeit später: eine zugegeben schockierende Antwort. Andererseits eröffnet sich eine Möglichkeit, die diesen Luxus erreichbar macht ...

Edward Albee hat mit „Alles im Garten“ eine bitterböse Satire verfasst, die bis heute nichts an Aktualität verloren hat, da die anthropologischen Konstanten die gleichen geblieben sind. Wenn es im Stück heißt „Nichts ist ekelhaft, wenn man sich nicht ekelt“, ist eigentlich alles über die menschliche Anpassungsfähigkeit gesagt.

Freunde der Kunst

Das Ensemble „Post Dogs“ unter der Leitung von Michael Polty setzt diesen Stoff mit viel Verve und Liebe zum Detail um und sorgt für einen erbaulich-heiteren Theaterabend.

Samstag, 19. Juli 2014

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