02.04.2015 08:00 Giacomo Puccini

Theater in Mainz: Tosca - „Folterkammermusik“, „Meistermachwerk“, „abstoßendes Theater“

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Tosca fasziniert durch eine kammerspielartige und konzentrierte Handlung, die sich in den Spannungsfeldern von Liebe, Kunst und Politik bewegt; (c) Martina Pipprich

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Von: GFDK - Staatstheater Mainz

„Folterkammermusik“, „Meistermachwerk“, „abstoßendes Theater“ – so, und noch härter, äußersten sich Komponisten und Kritiker nach der Uraufführung von Giacomo Puccinis wohl erfolgreichsten Oper: Tosca.

Theater in Mainz

Die Kombination von Liebesgeschichte, politischem Kampf und Künstlerdrama, die vor der Folie der Napoleonischen Kriege auf italienischem Boden spielt, wurde schon in der reißerischen Dramenvorlage von Victorien Sardou als Kolportage-Werk diskreditiert.

Dabei schufen Puccini und seine Librettisten hier wohl eine der am besten gebauten Opern: Die gefeierte Sängerin Tosca liebt Cavaradossi, den Maler, der aufgrund seiner Verbundenheit mit dem flüchtigen politischen Häftling Angelotti ins Visier des Polizeichefs Scarpia gerät, der seinerseits Tosca begehrt.

Scarpia sieht seine Chance gekommen, als er Cavaradossi gefangen nimmt: Ohne Skrupel verfolgt er seinen Plan, den politischen Widersacher Angelotti und seinen Liebesrivalen Cavaradossi aus dem Weg zu räumen und Tosca zu besitzen.

Tosca fasziniert durch eine kammerspielartige und konzentrierte Handlung, die sich in den Spannungsfeldern von Liebe, Kunst und Politik bewegt. Die emotionale Identität der Figuren, ihre Beziehungen und ihre Loyalität werden fortwährend auf die Probe gestellt und keiner der Beteiligten kann sich dem Strudel aus Leidenschaft und Machtobsession entziehen.

„Bislang waren wir sanft, jetzt wollen wir grausam sein“, schrieb Giacomo Puccini über Tosca und verknüpft harte Klänge mit gefühlvollen Melodien zu einem beeindruckenden Krimi.

Freunde der Kunst

Die junge Regisseurin Julia Hölscher liest Puccinis Oper, die zwischen intimem Kammerspiel und großen Gefühlsausbrüchen changiert, konsequent als Drama der Manipulation von Gefühlen und findet in Puccinis Titelfigur den Prototyp des sich selbst bespiegelnden Künstlers.

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