27.06.2014 09:00 ein Broadway-Musical

Theater in Mainz: Lady in the dark - wird bei Weill, Hart und Gershwin zum Medium der Analyse

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Als Abschiedsproduktion beschließt das Kurt-Weill-Musical „Lady in the Dark“ in der Regie von Matthias Fontheim dessen achtjährige Intendanz am Staatstheater Mainz; (c) Martina Pipprich

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Von: GFDK - Staatstheater Mainz

Als Abschiedsproduktion beschließt das Kurt-Weill-Musical „Lady in the Dark“ in der Regie von Matthias Fontheim dessen achtjährige Intendanz am Staatstheater Mainz.

Wie bereits die Eröffnungsproduktion „Oberon“ 2006 vereint auch die am 17. Mai 2014 Premiere feierende Musical-Inszenierung die Sparten Musiktheater, Schauspiel und Ballett. Die musikalische Leitung hat der 1. Kapellmeister Florian Csizmadia, die Bühne gestaltet Stefan Heyne, und die Kostüme entwirft Valerie Hirschmann.

Theater in Mainz

Mit „Lady in the Dark“ feierte der 1935 nach New York emigrierte Kurt Weill 1941 seinen internationalen Durchbruch am Broadway mit einem Rekord von damals 467 Vorstellungen ohne Unterbrechung. Das Autoren-Team Moss Hart (Buch), Ira Gershwin (Gesangstexte) und Kurt Weill (Musik) brachte mit diesem Werk eine genial-hintersinnige Verknüpfung von „Amerikanischem Traum“, Depression und Psychoanalyse auf die Bühne. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren Sigmund Freuds Erkenntnisse intensiv in Amerika rezipiert worden. In den 30er Jahren wurde die Psychoanalyse schließlich zu einer wichtigen Institution für die Alltagsbewältigung. Auf der Couch wurden die Schattenseiten des „Amerikanischen Traums“ sichtbar und Schäden im Selbstbild der Leistungsgesellschaft repariert:

Liza, erfolgreiche Chefredakteurin eines Mode-Magazins, fühlt sich ausgebrannt. In psychoanalytischen Sitzungen versucht sie dem Grund ihrer Schwermut auf die Spur zu kommen. Ein Lied aus ihrer Kindheit („My Ship") kommt ihr bruchstückhaft in den Sinn, das im weiteren Verlauf zum Wegweiser für ein Leben in Freiheit wird. Vier Traumstationen – „Glamour Dream“, „Wedding Dream“, „Circus Dream“ und „Childhood Dream“ – fügen sich zum Panorama des Showbusiness’ und zum Porträt einer Frau, die ebenso im Rampenlicht ihrer Erfolge wie im Schatten schmerzlicher Erinnerungen steht.

Freunde der Kunst

Ein Broadway-Musical – Inbegriff amerikanischen Entertainments, Hybrid aus Hochleistungskunst und Weltflucht – wird bei Weill, Hart und Gershwin zum Medium der Analyse. Ein ebenso glamouröser wie witziger, energiegeladener wie melancholischer Geniestreich des Amerikaners Kurt Weill.

cvillinger@staatstheater-mainz.de