28.04.2014 09:00 »Urkatastrophe« des 20. Jahrhunderts

Theater in Magdeburg: Die Geschichte vom Soldaten - Musiktheater von Igor Strawinsky

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Mit den Mitteln der Musik, des Tanzes und der Sprache erzählen Strawinsky und Ramuz von einem Soldaten, der seine Seele an den Teufel verkauft; Fotos: Andreas Lander

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Von: GFDK - Theater Magdeburg

Vor 100 Jahren nahm die »Urkatastrophe« des 20. Jahrhunderts (George F. Kennan) seinen Lauf: Am 28. Juli 1914 brach der Erste Weltkrieg aus und stürzte Europa in einen Todestaumel.

Theater in Magdeburg

Der Zusammenprall von traditioneller Kriegsführung mit Bajonett-Kampf und Kavallerie auf der einen Seite sowie dem Einsatz modernsten Kriegsgeräts auf der anderen Seite hinterließ ein Blutbad von bis dahin ungekanntem Ausmaß. Der russische Komponist Igor Strawinsky kehrte seiner russischen Heimat mit Kriegsausbruch endgültig den Rücken und siedelte in die Schweiz über. Zudem kappte 1917 der Ausbruch der Oktoberrevolution seine letzten Verbindungen nach Russland. Unter dem Eindruck der letzten Kriegsjahre, in denen auch Strawinskys jüngerer Bruder Gury fiel, schrieb er zusammen mit dem Schweizer Dichter Charles Ferdinand Ramuz seine »Geschichte vom Soldaten« - ein Werk als Spiegel seiner Zeit.

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Mit den Mitteln der Musik, des Tanzes und der Sprache erzählen Strawinsky und Ramuz von einem Soldaten, der seine Seele an den Teufel verkauft, sie zurückgewinnt und der am Ende doch untergeht. Seine Seele wird symbolisiert durch eine Geige, auf die der Teufel es abgesehen hat. Das Stück erzählt von der Traumatisierung, der Entfremdung und der verzweifelten Haltsuche einer gebrochenen Existenz. Drei Schauspieler und eine Tänzerin werden dabei musikalisch flankiert von einem siebenköpfigen Instrumentalensemble.

ivonne.woltersdorf@remove-this.theater.magdeburg.de