26.03.2014 09:00 Friedrich Schiller

Theater in Leipzig: Kabale und Liebe - emotionales Spiegelbild der Gesellschaft

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Luise, die Tochter des einfachen Musikers Miller, liebt Ferdinand, den Sohn des adeligen Präsidenten von Walter; (c) Rolf Arnold

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Von: GFDK - Schauspiel Leipzig

Luise, die Tochter des einfachen Musikers Miller, liebt Ferdinand, den Sohn des adeligen Präsidenten von Walter. Und umgekehrt. Doch ihre Liebe, die sie sich gegenseitig so sehr beteuern und so absolut sie auch scheint, ist ein utopisches und fragiles Gebilde gegenüber der mit aller Kälte herrschenden gesellschaftlichen Konvention. Und so wundert es nicht, dass diese Liebe zwischen Luise und Ferdinand innerhalb kürzester Zeit durch eine Intrige von Ferdinands Vater und dessen Sekretär Wurm in der Luft zerfetzt wird.

Theater in Leipzig

Zu sehr gehorchen die Liebenden den Mechanismen von Macht und Verpflichtung und folgen den Regeln der Gesellschaft, in die sie hineingeboren wurden. Anstatt diese konventionellen Zwänge zu hinterfragen und ihrer Liebe im Hier und Jetzt zu vertrauen, hoffen die beiden fatalerweise auf die Erfüllung ihres Glücks an einem „dritten Ort“.

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Friedrich Schiller stellt in seinem bürgerlichen Trauerspiel die leidenschaftliche Liebe wie eine Utopie den niederträchtigen Intrigen gegenüber. Und lässt sie daran scheitern. Bis auf die unbändig liebende Luise handeln alle Figuren, vom Musiker Miller über Lady Milford bis hin zu Ferdinand, zwischen bürgerlichem Stolz und adeligem Dünkel. Liebe, Zorn, Neid, Schuld, Reue – mit „Kabale und Liebe“ bietet Schiller die ganze Bandbreite menschlicher Gefühle auf, wodurch das Stück bis heute nichts von seiner Faszination als emotionales Spiegelbild der Gesellschaft eingebüßt hat.

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