27.04.2014 08:00 Anton Čechov

Theater in Leipzig: Ivanov - es wird geschachert und gefeilscht um Ansehen, um Mitgift, um Schulden

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Das Geld ist knapp – und selbst wenn Geld da wäre, die Möglichkeiten und Ideen, es auszugeben, sind ebenso knapp; © Rolf Arnold

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Von: GFDK - Schauspiel Leipzig

Ein Landgut in der russischen Provinz. Ivanov lebt dort mit seiner Frau Anna Petrovna und seinem Onkel Šabelskij.

Das Geld ist knapp – und selbst wenn Geld da wäre, die Möglichkeiten und Ideen, es auszugeben, sind ebenso knapp. Während Ivanov seine Zeit damit verbringt, über sein Leben zu lamentieren und allabendlich Saša Lebedev, die Tochter seiner Nachbarn, zu umgarnen, sitzt seine Frau kränkelnd zuhause. Ihre einzige Ablenkung sind das Kartenspiel mit dem Onkel und die regelmäßigen Besuche des Landarztes, die regelmäßig münden in große Monologe über Moral und Sittlichkeit.

Theater in Leipzig

Die allabendlichen Gesellschaften bei den Lebedevs gliedern sich in diese Routine ein. Man spielt Karten, trinkt und isst, zerreißt sich das Maul über die Mitglieder der Gesellschaft der Provinz, egal ob anwesend oder nicht. Man überwacht sich gegenseitig, man provoziert sich, man versucht eine Fassade der Großbürgerlichkeit, Offenheit und Gewandtheit zu simulieren und sich gleichzeitig das Leben zur Hölle zu machen. Darum leiht man sich auch gegenseitig Geld, verschuldet sich und denkt nicht daran, es irgendwann zurückzuzahlen. Hungern und verhungern lassen. Diese Gesellschaft ist so übersättigt, dass sie nur noch in Ritualen der Grausamkeit existiert. Hüllen von Menschlichkeit, ausgesogen von der eigenen Geltungssucht.

Freunde der Kunst

Routine und Fassade brechen zusammen, als Anna Petrovna unerwartet bei einer dieser Nachbargesellschaften auftaucht. Sie beobachtet Ivanov, wie er Saša küsst. Daraufhin erleidet sie einen Schock, der sie tatsächlich ans Krankenlager fesselt. Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse. Anna Petrovna liegt anscheinend im Sterben. Und zwischen Ivanov und Saša entwickelt sich eine heimliche Beziehung, unter den Augen der ganzen Gemeinschaft. Es wird geschachert und gefeilscht um Ansehen, um Mitgift, um Schulden und nicht zuletzt um Gefühle. Jeder will seinen Anteil am Sterben und am Leben.
Alles wartet nur noch auf ein Ableben Anna Petrovnas. Dann soll die Hochzeit von Ivanov und Saša vollzogen werden …

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