27.03.2013 09:00 Regie: Jan Decker

Theater in Leipzig: Beelitz Heilstätten Von Jan Decker bis zum 13.4.2013 in Cammerspiele

theater in Leipzig: Beelitz Heilstätten Von Jan Decker bis zum 13.4.2013 in Cammerspiele

(c) Mathias Schäfer

Von: GFDK - Cammerspiele

1990. Der erste Mann eines eben untergehenden Staates steht vor Gericht. Welches Gericht aber ist es? Die Strafkammer des Landgerichts Berlin? Die Geschichte? Die Partei? Der Weltgeist? Das Gewissen? Der Angeklagte spricht. Mit Worten seltener Klarheit und gründlichen Verständnisses, ohne Falschheit, ohne Verzerrung. Keine Denunziation, keine Sentimentalität. Hochpolitisch und hohe Kunst.

Was passiert, wenn ein Staat zusammenbricht? Ein Staat auf deutschem Boden, dem keiner ein langes Leben vorhersagte? Aus der Perspektive des Ersten Manns wird noch einmal abgerechnet. Ihn hat der Klassenfeind auf eine abenteuerliche Flucht getrieben. Er findet sich isoliert auf dem sowjetischen Militärgelände der Beelitzer Heilstätten wieder. Seine Flucht wird weitergehen, die Zwischenbilanz legt erstaunliche Schichten eines Lebens frei, das wir schon begriffen zu haben glaubten.

Ein Theaterstück über einen Gescheiterten der jüngeren deutschen Geschichte, über eine hochtragische und stark verdrängte Figur, deren dramatisches Potenzial bisher nicht erkannt wurde.

Jan Deckers zweites Theaterstück war gleichzeitig seine Abschlussarbeit am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Anknüpfend an Peter Hacks und sein Stück Jona entwickelt der junge Autor ein politisches Gegenwartsstück als eine Art Abgesang auf die untergegangene DDR. Einer der wenigen dramatischen Texte, der sich intelligent und mit einem hohen Sprach- und Formbewusstsein mit der jüngsten deutschen Geschichte befasst.

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CAMMERSPIELE – das Off-Theater in der Kulturfabrik Leipzig
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