26.03.2014 08:00 Friedrich Dürrenmatt

Theater in Krefeld/Mönchengladbach: Der Besuch der alten Dame - ist zum viel gespielten Klassiker geworden

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Wie behauptet sich ein reiner Mensch in einem Äon des Chaos, der Heuchelei und der Macht; (c) siehe Bild

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Von: GFDK - Theater Krefeld/Mönchengladbach

Ganz Güllen wartet gespannt am Bahnhof. Ankommen soll Claire Zachanassian, gebürtige Güllenerin. Als junges Mädchen verließ sie schwanger und in Unehren die Stadt, reich geworden kehrt sie zurück. Die Hoffnungen aller ruhen auf ihr: Güllen befindet sich finanziell am Rande des Abgrunds. Doch zu Besuch kommt die alte Dame nicht aus Liebe zur Heimat, sondern mit einem leeren Sarg im Gepäck. Mit der Macht des Geldes hat sie bereits den Ort gezielt in den Ruin geführt – um jetzt Gerechtigkeit zu fordern.

Theater in Krefeld/Mönchnegladbach

Unter einer Bedingung bietet sie der Stadt und ihren Bürgern ein Vermögen an: Ihr ehemaliger Liebhaber Ill, der ihr ein Kind angehängt und dann seine Vaterschaft in einem Gerichtsprozess mit falschen Zeugen verleugnet hatte, muss sterben. „Ich lehne das Angebot ab. Im Namen der Menschlichkeit“ ist zwar die erste Reaktion des Güllener Bürgermeisters, aber Armut ist bitter und die gebotene Summe hoch.

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„Wie behauptet sich ein reiner Mensch in einem Äon des Chaos, der Heuchelei und der Macht?“ (Walter Jens) Das ist das große Thema Friedrich Dürrenmatts: In Der Besuch der alten Dame führt er die Abhängigkeit ethischer Handlungsprinzipien vom Geld und die Verführbarkeit des Menschen vor. 1956 in Zürich uraufgeführt, begründete das Stück Dürrenmatts Ansehen und Erfolg als Bühnenautor und ist zum viel gespielten Klassiker geworden.

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