03.09.2014 09:00 Ballett von Robert North

Theater in Krefeld: Carmina Burana - Fortuna hatte es gut gemeint

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Für Ballettdirektor Robert North ist die szenisch-choreografische Interpretation von Orffs einzigartigem Opus Magnus eine reizvolle Herausforderung;

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Von: GFDK - Theater Krefeld und Mönchengladbach

Fortuna hatte es mit mir gut gemeint, als sie mir einen Würzburger Antiquariatskatalog in die Hände spielte, in dem ich einen Titel fand, der mich mit magischer Gewalt anzog: Carmina Burana, schreibt Carl Orff über seine Entdeckung der Benediktbeurer Handschrift aus dem 12. Jahrhundert.

Theater in Krefeld

Fasziniert von der geistigen Kraft dieser Texte, die mit philosophischer Tiefe die Wechselhaftigkeit des Glücks und die Flüchtigkeit des Lebens schildern, wählte Orff aus der Handschrift 24 Liebes-, Tanz- und Trinklieder als Libretto und schuf ein monumentales Werk. Mit seinem bewussten Rückbezug auf archaische Elemente ist es für die kompositorischen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts untypisch und außergewöhnlich. Denn die Musik bedient sich einer mittelalterlichen Stilistik: Sie vertraut auf die Suggestivkraft von Rhythmen und eindringlichen Melodien und kulminiert in großflächigen Chorblöcken. So ist der Erfolg der Carmina Burana seit ihrer Uraufführung 1937 in Frankfurt am Main ungebrochen.

Für Ballettdirektor Robert North ist die szenisch-choreografische Interpretation von Orffs einzigartigem Opus Magnus eine reizvolle Herausforderung, zumal die mitreißende, expressive Musik durch die Präsenz von Solisten, Chor und Orchester auf der Bühne voll zur Geltung kommt.

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Grundlage seiner tänzerischen Gestaltung sind die in den Liedtexten in Latein, Mittelhochdeutsch und Altfranzösisch erzählten Geschichten. Sie kreisen vor allem um die Liebe, aber auch um die Natur und um die irdischen Freuden. So zeigt North in seiner tänzerischen Adaption ein Paar – Mann und Frau –, das all diese Stationen quasi exemplarisch durchläuft, eine Viel-zahl von Situationen erlebt und dabei unterschiedliche Emotionen durchlebt, während die allgegenwärtige Schicksalsgöttin Fortuna den Menschen Chancen und Grenzen aufzeigt: Ihr Schicksalsrad symbolisiert das fortwährende Auf und Ab des Lebens.

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