07.09.2013 09:00 Bar48

Theater in Köln: EIN FEIND IST JEMAND DESSEN LEBENSGESCHICHTE MAN NICHT GEHÖRT HAT - eine theatrale Feldforschung über Biografien als Lebenssinn-Konstruktionen

EIN FEIND IST JEMAND DESSEN LEBENSGESCHICHTE MAN NICHT GEHOERT HAT Freihandelszone koeln

Fremd ist der Fremde nur in der Fremde; © Ralph Lennartz

Von: GFDK - Freihandelszone

Die neue Koproduktion von theater-51grad.com und in:takt e.V. steht in einer Reihe mit den beiden Theaterprojekten „SEEGANG INS UNGEWISSE – eine theatrale Reise“ (nominiert für den Kölner Theaterpreis 2010) und „DEUTSCHLAND PRIVAT – Lebenslage Illegal“ (2012), die sich mit dem Thema Flucht und Migration im 21. Jahrhundert auseinandersetzen.

Theater in Köln

„Fremd ist der Fremde nur in der Fremde“ hat der Münchner Komiker Karl Valentin einmal trocken zusammengefasst. „Fremd“, ein Wort, das viele Fragen offen lässt: Wie fremd ist uns unser Nachbar? Was wissen wir über ihn, insbesondere wenn er aus der „Fremde“ kommt? Wie fühlt und lebt dieser Nachbar hier? Was ist ihm fremd und was vertraut? Wo fühlt er sich heute zuhause? Wohin geht sein Weg – oder ist er schon angekommen? Was waren seine Gründe zu kommen oder wieder zu gehen? Was treibt und was hält ihn?

Freunde der Kunst

„Ein Feind ist jemand dessen Lebensgeschichte man nicht gehört hat“ ist eine theatrale Recherche, die sich mit Hilfe von Biografieforschung diesen Fragestellungen annähert. Vier Schauspieler_innen begegnen Migrant_innen in NRW, begleiten sie im Alltag und versuchen mit wissenschaftlicher Unterstützung durch eine Ethnologin, ihren Lebenssinn-Konzeptionen und Perspektiven näher zu kommen. Im Prozess der Annäherung werden Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Problematiken und Berühungspunkte der unterschiedlichen Biografien erforscht und erste Zusammenhänge mit übergeordneten globalen Systemen gesucht.

Schauspiel in Köln

Auf der Suche nach den Korrelationspunkten individueller Biografien und übergeordneter Einflüsse eröffnet sich ein subjektiver Einblick in persönliche Lebenswege, zeigen sich Beweggründe und Ausweglosigkeit, Abenteuerlust und Lebensvisionen und verführen zu empathischer Anteilnahme.

Ihr „Zuhause“ finden die Aufführungen in der Veranstaltungslocation Bar48, dem kleinen italienischen Cafe-Bistro von Massimo Pettignano am Neumarkt, der mit leichter italienischer Küche und Salaten aufwartet. Dort, an einer langen Tafel sitzend, inmitten einer abendlichen Gesellschaft, entwickeln die Schauspieler_innen in Tischgesprächen über Heimat und Glaube, Aufbruch und Utopie, Macht und Werte ein facettenreiches Bild von Lebensentwürfen im 21. Jahrhundert.

Premiere: 17. Oktober 2013, 20.00 Uhr

presse@freihandelszone.org