11.02.2015 09:00 von Wolfgang Herrndorf

Theater in Kassel: Tschick - Geschichte einer Reise durch ein vertrautes fremdes Land

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Tschick und Maik lernen Familienverhältnisse kennen, die ihnen bisher unbekannt waren; (c) N. Klinger

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Von: GFDK - Staatstheater Kassel

Es sind Sommerferien! Die Mutter des 14-jährigen Maik fährt zum jährlichen Entzug, sein Vater auf »Geschäftsreise«, die ganze Klasse ist eingeladen: Die Jahrgangsschönste feiert Geburtstagsparty.

Theater in Kassel

Und Maik allein zuhaus – mit Pool, gefüllter Hausbar und 200 Euro Taschengeld. Da kreuzt Tschick auf, in einem geklauten Lada. Tschick ist der Neue in der Klasse, ein Proll aus der Hochhaussiedlung, seine Schulleistungen schwanken je nach Alkoholpegel ... Und Maik steigt ein. Zuerst wollen die beiden Tschicks Familie besuchen (Richtung Walachei), aber schon bald fahren sie einfach drauflos, als Soundtrack die einzig verfügbare Kassette: Richard Clayderman.

Tschick ist die Geschichte einer Reise durch ein vertrautes fremdes Land, durch deutsche Orte mitten im Nirgendwo. Tschick und Maik lernen Familienverhältnisse kennen, die ihnen bisher unbekannt waren – und vor allem erfahren sie, was Freundschaft heißt. Denken wir ein bisschen an Huckleberry Finn? Ein Lada im Thüringer Wald ersetzt ein Floß auf dem Mississippi …?

Freunde der Kunst

Wolfgang Herrndorf (geb.1965) hatte 2010 mit dem Roman »Tschick« seinen größten Bucherfolg; 2011 erhielt er dafür den Deutschen Jugendliteraturpreis. Für »Sand«, seinen Trottelroman (eigene Bezeichnung!), bekam Herrndorf 2012 den Preis der Leipziger Buchmesse. Nachdem bei ihm ein bösartiger Hirntumor diagnostiziert worden war, setzte Herrndorf im August 2013 seinem Leben selbst ein Ende.

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