22.03.2014 08:00 nach dem Roman von Joseph Roth

Theater in Hannover: Hiob - erörtert die Frage nach dem Sinn des Leidens

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Mendel Singer ist orthodoxer Dorfschullehrer in einem jiddischen Schtetl in Osteuropa; © Karl-Bernd Karwasz

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Von: GFDK - Schauspiel Hannover

Mendel Singer ist orthodoxer Dorfschullehrer in einem jiddischen Schtetl in Osteuropa. Dort lebt er in bescheidenen Verhältnissen, aber zufrieden mit seiner Frau Deborah und den drei Kindern, fest im Glauben Gottes. Bis Menuchim geboren wird. Er ist Epileptiker. »Der Schmerz wird ihn weise machen, die Hässlichkeit gütig, die Bitternis milde und die Krankheit stark«, prophezeit der Rabbi. Mendel aber erkennt nur eine Strafe Gottes. Bald reiht sich ein Schicksalsschlag an den nächsten. Einem von Mendels Söhnen gelingt die Flucht nach Amerika.

Theater in Hannover

Dort reich geworden und assimiliert, holt er die Familie schließlich nach. Nur Menuchim bleibt zurück. Mendels Hoffnung, das Schicksal der Familie werde sich in Amerika zum Besseren wenden, zerschlägt sich. Seine gesunden Söhne sterben im Weltkrieg, die Tochter wird wahnsinnig, seine Frau stirbt am Leid. In ohnmächtiger Wut lehnt sich Mendel Singer gegen Gott auf. Doch dann trifft das nicht mehr erwartete Wunder ein: Der zurückgelassene Sohn Menuchim ist inzwischen ein berühmter Musiker geworden. Mendel wird Frieden und Gerechtigkeit zuteil, er kann endlich Ruhe finden »von der Schwere des Glücks und der Größe der Wunder«.

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Die Frage nach dem Sinn des Leidens und die Sehnsucht nach Erlösung werden, angelehnt an den Hiob aus dem Alten Testament, als eine Geschichte von der Auflösung familiärer Bindungen und den Fesseln der Tradition, sowie der Emigration und Assimilation fortgeschrieben.

claudia.pahl@remove-this.staatstheater-hannover.de