08.02.2015 08:00 von Florian Zeller

Theater in Hamburg: Eine Stunde Ruhe - eine irrwitzig turbulente Komödie

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Und es kommt, was kommen muss: Katastrophen über Katastrophen, eine katastrophaler als die andere; Foto: Oliver Fantitsch

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Von: GFDK - ST. PAULI THEATER

Michel, 60, schwärmt seit seiner Jugendzeit für die LP "ME, MYSELF AND I" und hat sie nun nach Jahren vergeblichen Suchens auf einem Flohmarkt gefunden.

Theater in Hamburg

Überglücklich stürmt er nach Hause, um sie sofort zu hören. Eine Stunde hat er noch, ehe sein bester Freund Pierre zu Besuch kommt, bzw. seine Frau ihn in ein, wie sie meint, dringendes Beziehungsgespräch verwickelt. Aber nicht nur Freund und Frau gönnen ihm diese "eine Stunde Ruhe" nicht, auch ihre beste Freundin, gleichzeitig seine Geliebte, sein Sohn, ein Nachbar und ein sich als Pole ausgebender portugiesischer Klempner hindern ihn am Hörgenuss.

Und es kommt, was kommen muss: Katastrophen über Katastrophen, eine katastrophaler als die andere. Nicht nur die ehelichen, unehelichen, freundschaftlichen, väterlichen und nachbarlichen Beziehungen gehen zu Bruch, sondern dank des polnisch/portugiesischen Klempnerpfuschs, auch das Abflussrohr hinten in der Wohnung. Zurück bleibt inmitten eines demolierten Salons Michel, der nun, endlich allein, seine heißgeliebte Platte hören kann, da ....

Freunde der Kunst

Eine irrwitzig turbulente Komödie, gepaart - trotz aller Egozentrik und Hybris von Michel - mit einem leisen Schluss melancholischer Selbsterkenntnis. Nach Zellers Riesenerfolg "Die Wahrheit" ist "Eine Stunde Ruhe" eine Farce in bester französischer Tradition.

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