03.03.2014 09:00 von Yasmina Reza

Theater in Graz: Der Gott des Gemetzels - nicht die Faust, sondern das Wort sprechen lassen

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Nicht die Faust, sondern das Wort sprechen lassen; (c) Lupi Spuma

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Von: GFDK - Schauspielhaus Graz

Nicht die Faust, sondern das Wort sprechen lassen; bei Problemen aufeinander zugehen; Konsens- und vernunftorientiert handeln – das wäre der Bauplan für eine funktionierende, friedliche Gesellschaft, oder? Nur zu dumm, dass die eigenen Leidenschaften den guten Vorsätzen dabei häufig im Weg stehen ...

Theater in Graz

Der neunjährige Ferdinand hat beim Streit auf dem Spielplatz seinem Kameraden Bruno zwei Schneidezähne ausgeschlagen und nun treffen sich die Elternpaare, um in Ruhe zu besprechen, wie man pädagogisch richtig auf die Kinder einwirken kann. Doch schon bei diesem Thema wird schnell klar, dass man unterschiedliche Ansätze verfolgt.

Freunde der Kunst

Und v. a. Véronique, die Mutter des Geschädigten, appelliert an eine Verbesserung der allgemeinen moralischen Lage, die z. B. Alain, der Vater des „Schlägers" und karrierebewusster Anwalt, ganz anders beurteilt. Stück für Stück führen die Meinungsverschiedenheiten zu waschechtem Streit, bis bald auch zwischen den Ehepartnern selbst der „Gott des Gemetzels" regiert.

Yasmina Reza, erfolgreichste zeitgenössische Theaterautorin Frankreichs, bringt in ihren Stücken die bürgerlichen Fassaden zum Einsturz und entlarvt das vermeintliche Gutmenschentum als allzumenschlichen, egoistischen Konkurrenzkampf. Und das auf derart bissige und pointierte Weise, dass Stücke wie Drei Mal Leben oder Kunst weltweit gespielt werden und Roman Polanski Gott des Gemetzels für Hollywood sogar verfilmte.

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