28.08.2013 08:00 umschreibt die dramatischen Folgen

Theater in Göttingen: Gespenster in Göttingen - Ein Familiendrama von Henrik Ibsen mit sechs Schauspielern und einem Schlagzeug

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Gespenster gehen um auf Helene Alvings Landgut, Wiedergänger aus einer verdrängten Vergangenheit, die nur allmählich ans Licht treten; © Eulig

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Von: GFDK - Junges Theater Göttingen

Gespenster gehen um auf Helene Alvings Landgut, Wiedergänger aus einer verdrängten Vergangenheit, die nur allmählich ans Licht treten. In einer lebensfeindlichen Umgebung sind Eltern wie Kinder und nicht zuletzt die – vielleicht – große Liebe auf der Strecke geblieben. Als ihm zum zehnten Todestag ein Denkmal gesetzt werden soll und sein Sohn Osvald heimkehrt, enthüllt sich das finstere Erbe des Kammerherrn Alving. Nachdem sie jahrelang ihre vermeintliche Pflicht erfüllt hat, entscheidet sich Frau Alving endlich für die Wahrheit. Doch manchmal ist es selbst für die Wahrheit zu spät.

Theater in Göttingen

Das Familiendrama Henrik Ibsens  umschreibt die dramatischen Folgen von Verschwiegenheit und Lüge, aus denen ‚Gespenster’ erwachsen. Gespenster, wie wir sie alle kennen, und die selbst heute, wo wir über alles ohne Unterlass reden, nicht verschwinden wollen – selbst nach jahrelangen Therapien nicht. Hier, in Göttingen, aber tritt nun ein Gespenst der anderen Art auf den Plan. Ein Kobold, ein Shakespearescher Narr, der lustvoll liebt, die Wahrheit sagt und Kinder schützt. Lou Andreas-Salomé: Dichterin, Philosophin, die Muse Rilkes, Nietzsches, Freuds, bekennende Ibsen-Verehrerin und erste Psychoanalytikerin der Stadt.

Freunde der Kunst

Die Autorin Daniela Dröscher stellt sie den Figuren Ibsens in einer ebenso direkten wie poetischen Sprache gegenüber:

„Sie! Was glauben Sie eigentlich? Das soll eine psychoanalytische Couch sein? Das ist eine ganz gewöhnliche Mehrzweckliege!“

Lou, ein freier Mensch mit provozierend glücklicher Kindheit, mischt sich unter die ‚Gespenster’. Sie legt Ibsen mitsamt seinen Protagonisten auf die Couch – wobei die Couch hier ein Schlagzeug ist. Staub aufwirbelnd, Lärm machend, will sie den immer gleichen Rhythmus, den ewigen Kreislauf von elterlicher Schuld und kindlicher Schuldzuweisung, Täter und Opfer, durchbrechen.

eidinger@junges-theater.de