20.09.2013 09:00 Verweile doch

Theater in Göttingen: FAUST! DER TRAGÖDIE ERSTER UND ZWEITER TEIL von Johann Wolfgang von Goethe

FAUST DER TRAGOEDIE ERSTER UND ZWEITER TEIL am theater in goettingen

Am Anfang steht eine Wette, die eigentlich gar keine ist, sondern vielmehr ein Test; (c) Michaela Oswald

Von: GFDK - Deutsches Theater in Göttingen

Am Anfang steht eine Wette, die eigentlich gar keine ist, sondern vielmehr ein Test. Im Auftrag des Herrn soll der Knecht Mephisto die Gesinnung und Loyalität der Menschheit überprüfen. Exemplarisch fällt die Wahl auf Faust, einen Wissenschaftler, gewissermaßen als Krone der Schöpfung. An ihm soll durchexerziert werden, ob es möglich sei, den Menschen vom scheinbar unsterblichen Streben nach Wissen, Macht und Fortschritt abzubringen. Sollte Mephisto dies gelingen, dann – so der Herr – wäre für ihn Faust ohne Nutzen und der Teufel könne dessen Seele gerne als »Lohn« erhalten.

Theater in Göttingen

An der Seite Mephistos darf Faust noch einmal die Stationen des Lebens durchlaufen. Von der »Wiedergeburt« in der Hexenküche führt ihn der Teufel direkt in die Phase von Pubertät und Adoleszenz, die sich in der tragischen Beziehung zu Gretchen manifestiert. Nach dem Schlaf des Vergessens tritt Faust in DER TRAGÖDIE ZWEITER TEIL ein ins tätige Berufsleben. Als Schatzmeister, Kriegsherr und schließlich Kaiser darf er zum Wohl und Wehe der Menschheit wirken bis ihn Alter und Tod einholen.

Deutsches Theater in Göttingen

Goethe offenbart – vor allem im zweiten Teil – ein durch und durch pessimistisches Menschenbild. Nach allen Regeln der Wissenschaft, Philosophie und Kunst zergliedert er die Tragödie des Menschen. Das Ergebnis ist ernüchternd. Wie man es auch dreht und wendet, der Mensch bleibt ein unvollkommenes und egoistisch handelndes Geschöpf. Ob nun aus »guten« oder »bösen« Motiven, stets wird er zum Zerstörer seiner eigenen Lebensgrundlagen.

Freunde der Kunst

Mark Zurmühle inszeniert Goethes an der Schwelle zur Moderne entstandenes Meisterwerk an einem passenden Ort – der Göttinger Lokhalle. Begleitet von der für diese Aufführung von Albrecht Ziepert komponierten Musik nimmt Sie die Inszenierung buchstäblich mit auf die Reise durch Fausts Leben.

soertel@dt-goettingen.de