21.01.2014 09:00 nach Hermann Hesse

Theater in Göttingen: Demian - seltsam alterslos

demian theater goettingen

Demian eröffnet neue Wege im Umgang mit der eigenen Zerrissenheit; (c) Deutsches Theater in Göttingen

Von: GFDK - Deutsches Theater Göttingen

Emil Sinclair entdeckt im Alter von zehn Jahren erstmalig die Existenz zweier Welten in seinem Leben. Einerseits gibt es die vertraute, heimische Welt von Familie und Zuhause, andererseits die fremde, dunkle, unheimliche Welt »da draußen«, die – faszinierend und abstoßend zugleich – erobert werden will. Um dort Anerkennung zu bekommen, erfindet der brave Junge einen Diebstahl.

Theater in Göttingen

Um sein Gesicht zu wahren, hält er die Lüge aufrecht. Auch als Franz Kromer, ein Mitschüler, ihn deshalb erpresst und Emil zwingt, seine Eltern zu bestehlen. Er erlebt eine albtraumhafte Zeit, bis er Demian begegnet; dem scheint Emils Innenleben seltsam offen zu stehen. Er beschreibt Emils Nöte, das brennende Interesse an spirituellen Fragen, aber auch die Entdeckung der Sexualität, als ginge es um sein eigenes Erleben.

Freunde der Kunst

Immer wieder begegnet ihm der seelenverwandte, seltsam alterslose Demian und eröffnet ihm neue Wege im Umgang mit der eigenen Zerrissenheit. Irgendwann aber ist Demian verschwunden und Sinclair dazu bereit, seinen eigenen Weg ins Leben zu gehen.

Bühnenfassung von Daniela Löffner

Die 1919 erschienene Erzählung hatte, wie Thomas Mann schrieb, auf die junge Generation nach dem ersten Weltkrieg »eine elektrisierende Wirkung und traf mit unheimlicher Genauigkeit den Nerv der Zeit«, ähnlich Goethes Werther, dessen Wirkung Thomas Mann mit der des Demian verglich.

svisscher@dt-goettingen.de