03.10.2013 09:00 Erstaufführung

Theater in Göttingen: DAS VERSPRECHEN - nach dem Roman von Friedrich Dürrenmatt

das versprechen am deutschen theater goettingen

im Wald wurde die Leiche eines Mädchens gefunden; (c) Isabel Winarsch

Von: GFDK - Deutsches Theater Göttingen

Eigentlich sollte sich Kriminalkommissar Matthäi, der auf der Höhe seiner Karriere angelangt ist, zum Flug nach Jordanien fertig machen, um dort ein ehrenvolles Amt zu übernehmen. Da erreicht ihn ein Anruf aus Mägendorf, einem kleinen Ort in der Nähe von Zürich: Ein ihm bekannter Hausierer teilt ihm mit, er habe im Wald die Leiche eines Mädchens gefunden, die von einem bislang unbekannten Verbrecher grausam verstümmelt worden ist.

Theater in Göttingen

Matthäis Abflug ist in drei Tagen fällig, doch er fährt nach Mägendorf und verspricht den Eltern des Kindes »bei seiner Seligkeit« nicht zu rasten, bis er den Täter gefunden hat. Doch sehr bald muss er feststellen, dass sich die Suche nach dem Täter schwieriger als angenommen gestaltet.

Die Annahme, dass die Wirklichkeit auf berechenbaren Größen basiert, treibt den Kommissar immer weiter in seiner Suche nach dem Mörder, die schließlich zu einer obsessiven Lebensaufgabe wird. Er will nicht rasten bis er den Täter gefunden hat, verkennend, dass »der Wirklichkeit mit Logik nur zum Teil beizukommen (ist)«.

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1957 verfasste Dürrenmatt eine Vorabfassung des Romans, die er gemeinsam mit dem Regisseur Ladislao Vajda zu dem Drehbuch des Films ES GESCHAH AM HELLICHTEN TAG verarbeitete. Mit Heinz Rühmann und Gerd Fröbe hochkarätig besetzt, wurde der Film schnell ein Kassenschlager. Doch Dürrenmatt arbeitete wenig später die Fabel noch einmal um: »Aus einem bestimmten Fall wurde der Fall des Detektivs, eine Kritik an einer der typischsten Gestalten des neunzehnten Jahrhunderts.« 1958 veröffentlichte er dieses »Requiem auf den Kriminalroman« unter dem Titel DAS VERSPRECHEN.

soertel@dt-goettingen.de