15.08.2013 09:00 Premiere

Theater in Frankfurt: HEINE – wacht auf und erzählt seinem Freund Karl Marx seine Träume

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HEINE – wacht auf und erzählt seinem Freund Karl Marx wie er im Traum in einem Kahn die Kurt-Schumacher-Straße rauf und runter fuhr. Stationen eines Traumas; (c) Seweryn Zelazny

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Von: GFDK - Willy Praml Theater

Der Theaterabend beginnt im Innenhof des ehemaligen Dominikanerkloster (Eingang: Dominikanergasse) und endet auch hier. Öffnung der Abendkasse und Theaterbar jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn. Um klimaadäquate Ausrüstung und Kleidung wird gebeten.

Mit HEINRICH HEINE, dem deutschen und jüdischen Dichter und Schriftsteller von europäischem Rang, dem Romantiker und Gegner der Romantik in einem, im Gepäck, machen wir, das THEATER WILLY PRAML, uns auf den Weg, Stadtgeschichte erwandernd zu erforschen. Dazu wollen wir ein ungewöhnliches Stadtareal nutzen, mit den Mitteln des Theaters in den Gedächtnisraum der christlich-jüdischen Vergangenheit der Stadt eindringen, den Blick auf eine unter dem Asphalt der Großstadt begrabene Geschichte lenken und einen verschwundenen Ort von historischer Dimension – wenigstens im Denken – neu erfinden.

Die archäologische Aura und reale Erinnerungskulisse der Relikte der ehemaligen Frankfurter Judengasse und der einschlägigen Straßen und Plätze um das Museum Judengasse herum, bieten eine unvergleichliche Voraussetzung für die theatrale Umsetzung der Heineschen Textfragmente.

Theater in Frankfurt

Achtung! Sie werden viel unterwegs sein.

Heine – der Flaneur – geht Ihnen vor. Zeigt Ihnen, wo´s lang geht. Führt Sie an Orte, die Sie noch nie so gesehen haben. Obwohl Sie schon oft dort waren. Macht den Blick frei auf ungewöhnliche Szenerien und lässt Sie eigenartige Augenblicke erblicken dort, wo Straßenbahnen dominieren. Und macht das Unsichtbare sichtbar. Bringt das Pflaster zum Sprechen und den Asphalt zum Bersten. Lässt Sie mitten im Verkehr der Großstadt träumen. Eine Straßen-Ampel-Phase lang rauscht der „alte Vater Rhein“ die Straße runter – wird der venezianische Shylock den unbedarften Frankfurtern ans Fleisch wollen – bricht eine unerwartete Pogromstimmung vorm C&A aus – findet sich ein alter, deutscher Kaiser beim Guinness ein – und singt die Loreley ein unerhörtes Loblied auf ein von aller Welt geliebtes Deutschland (wir spielen mitten in den Wahlkampf hinein!).

Freunde der Kunst

Und zuletzt stirbt Heine als Protestant, nein als Jude, nein als Atheist, nein als – Seehund liebender Grönländer. Ja, als Grönländer! Unter dem freien Frankfurter Abendhimmel des ehemals katholischen, schönen Dominikanerklosterhofes – in der Hoffnung, dass er, der „Narr des Glücks“ – im Himmel seine geliebten Seehunde wiederfinden wird. Stationen eines Traumas – das am Ende aber doch eine Vision sein wird: das der Schönheit, die die Welt für immer verändert. Das wird der Heine schon machen!

theater.willypraml@t-online.de