13.06.2013 08:00 Anton Tschechow

Theater in Frankfurt: Die Möve erzählt mit viel Humor und trauriger Poesie von Schauspielern und Schriftstellern und deren Suche nach Liebe und Sinn

schauspiel frankfurt zeigt möve von Tschechow

Die Möve erzählt mit viel Humor und trauriger Poesie von Schauspielern und Schriftstellern und deren Suche nach Liebe und Sinn; (c) Birgit Hupfeld

Kostja holt mit seinem Gewehr eine Möwe vom HimmelAlle ersehnen das Unerreichbare
Von: GFDK - Schauspiel Frankfurt - 3 Bilder

Kostja holt mit seinem Gewehr eine Möwe vom Himmel. Ein Schuss, ein Treffer. Bei seinem ersten Selbstmordversuch schießt er jedoch daneben. Die Komik offenbart bei Tschechow die Tragik der scheiternden Menschen. »Die Möwe« erzählt mit viel Humor und trauriger Poesie von Schauspielern und Schriftstellern und deren Suche nach Liebe und Sinn, nach dem Wesentlichen im Leben und in der Kunst. Jeden Sommer gibt es ein Treffen auf einem Landgut am See.

Theater in Frankfurt

Alle ersehnen das Unerreichbare. Der Lehrer liebt Mascha, Mascha liebt Kostja, Kostja liebt Nina, Nina liebt Trigorin und Trigorin bleibt der Liebhaber von Arkadina. Ein Reigen der Vergeblichkeit, in dem sich Verzweiflung, Heiterkeit, Hoffnung und Enttäuschung abwechseln und alles mit Leichtigkeit den schlimmstmöglichen Ausgang nimmt. Kostja wünscht sich »neue Formen«, will das Theater revolutionieren und seiner Mutter, der berühmten Schauspielerin Arkadina, imponieren.

Schauspiel in Frankfurt

Der Reinfall seines von Nina dargestellten Stücks, hält die beiden nicht davon ab, ihren Wünschen das denkbar Schrecklichste anzutun: sie in die Realität zu überführen. Nina endet als Provinzschauspielerin und Kostja wird als Erfolgsschriftsteller seinen Ansprüchen untreu. Die Zeit heilt keine Wunden. Nächsten Sommer werden sie sich wieder sehen: »wenn keiner gestorben ist«.

»Eine Komödie, drei Frauenrollen, sechs Männerrollen, vier Akte, eine Landschaft (Blick auf einen See); viele Gespräche über die Literatur, wenig Handlung, ein Pud Liebe.«, so Tschechow über seine »Möwe«. Nach der katastrophalen Uraufführung am Alexandra-Theater in Petersburg 1896, verhalf zwei Jahre später die Inszenierung von Stanislawski der »Möwe« zum durchschlagenden Erfolg. Den Bühnenvorhang des Moskauer Künstlertheaters schmückt seitdem eine weiße Möwe.

Freunde der Kunst

Andreas Kriegenburg gehört zu den markanten Regisseuren seiner Generation. Von seinen Arbeiten wurden insgesamt neun zum Berliner Theatertreffen eingeladen. 2011 inszenierte er an der Oper Frankfurt Puccinis »Tosca« sowie Goethes »Stella« in den Kammerspielen des Schauspiel Frankfurt. Im Bockenheimer Depot führte er Regie bei dem Commedia-dell’arte-Klassiker »Der Diener zweier Herren«.

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