24.09.2012 08:02 ein Lustspiel von Georg Büchner mit Musik und Songs von Herbert Grönemeyer

Theater in Frankfurt am Main: LEONCE UND LENA bis zum 31.10.2012

Bilder: Katakombe

Von: GFDK-Katakombe

DIE HANDLUNG  Prince Leonce, Thronfolger im Reiche Popo soll heiraten und die Staatsgeschäfte übernehmen. Leonce langweilt sein Leben zwar entstzlich, er ist melancholisch und jammert auf hohem Niveau, aber heiraten, die Wünsche seines Vaters erfüllen und womöglich noch arbeiten ist so ziemlich das Allerletzte, worauf er Lust verspürt. Er flieht mit seinem Diener ins Sehnsuchtland Italien. Auch Prinzessin Lena vom Reiche Pipi hält so gar nichts von einer arrangierten Heirat und flieht mitsamt ihrer Gouvernante gen Süden. Es kommt, was kommen muss, die beiden treffen aufeinander und verlieben sich...

DIE MUSIK  Durch die Musiken und Songs von Herbert Grönemeyer wird der Wortwitz Büchners und die Absurdität des Stückes in eine heutige Zeit verlängert. Melancholie und Lebensüberdruss von Leonce und auch von Lena werden in melodiösen Popballaden hörbar, König Peter erhält musikalisch einen vermeintlich  leutselig bayerischen Einschlag, die Beamten sind verwirrt, Hofstaat und Diener geraten rhythmisch aus den Fugen, das Sehnsuchtsland Italien wird liebevoll folkloristisch karikiert...

DIE INSZENIERUNG
 Die Königreiche Popo und Pipi befinden sich in unserer Inszenierung hoch über der Erde, im 25. Stock eines Finanzgebäudes, nur erreichbar über einen Aufzug, der Barcode normiert das Leben.  Prinz und Prinzessin, verwöhnte Upperclass-Kids jammern auf hohem Niveau und schlagen die Zeit tot. Pizzalieferant Valerio – et la fama? – bringt  etwas Leben in die Öde und Langeweile von Leonces Alltag. Die Freundin Rosetta wird abserviert und auf geht’s nach Italien.

Lena ist schon die perfekte Barbie-Braut, will aber lieber in ein Grab, als ins Ehebett mit einem Unbekannten. Ihre Personal- Trainerin weiß einen Ausweg, der Trolly zur Flucht ist schnell gepackt.

Der grüne Rollrasen bahnt den Weg über die Alpen ins Land der Pasta. Treffen die beiden Königskinder auf ihrer Flucht wirklich aufeinander, tanzen sie im Traum Tango, wandeln sie Schlaf? Haben sie Visionen von der ultimativen Gothic-Weddingparty, was ist Wirklichkeit, was nur Phantasie?  Je weiter sie vor ihrem Schicksal davonlaufen wollen, um so unentrinnbarer holt es sie ein.
Zuhause wartet schon der gesamte Staatsapparat samt Volk, - welches mangels schauspielerischer Masse aus dem Publikum rekrutiert werden muss -, auf die Ankunft des Brautpaares.

Die Jubelchöre sind einstudiert, aber nichts passiert. Folgerichtig legen die Beamten erstmal ein Tänzchen aufs Parkett, pardon, auf die Landstrasse. Der König wird ungeduldig, Beschlüsse müssen um- nicht ausgesetzt werden. Die Rettung naht in Form zweier menschlicher Marionetten, die sich nach vollzogener Hochzeit als Prinz und Prinzessin entpuppen.  Happyend? Nicht wirklich. Autor und Darsteller sind ratlos. Aber schließlich hat das Volk bezahlt und bekommt zu Guterletzt dann doch noch sein musikalisches FINALE.

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