03.03.2014 08:00 Unfassbares Leid und märchenhaftes Glück

Theater in Essen: Joseph Roths „Hiob“ wieder auf der Grillo-Bühne

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Unfassbares Leid und märchenhaftes Glück, tiefste Verzweifelung und schließlich doch Hoffnung; (c) Thilo Beu

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Von: GFDK - Schauspiel Essen

Unfassbares Leid und märchenhaftes Glück, tiefste Verzweifelung und schließlich doch Hoffnung – eine ganz besonders anrührende Geschichte erzählt der Journalist und Literat Joseph Roth in seinem Roman „Hiob“. In der Theaterfassung von Koen Tachelet hat das Schauspiel Essen Roths Meisterwerk in der vergangenen Spielzeit auf die Bühne gebracht.

Theater in Essen

Die Geschichte beginnt in Südrussland, vor dem Ersten Weltkrieg: Der fromme Jude Mendel Singer (Tom Gerber) lebt mit seiner Frau Deborah und seinen vier Kindern auf dem Dorf. Sein jüngster Sohn Menuchim ist mehrfach behindert. „Der Schmerz wird ihn weise machen, die Hässlichkeit gütig, die Bitternis milde und die Krankheit stark”, prophezeit ein Rabbi. Auch die anderen drei entwickeln sich zu Sorgenkin­dern: Schemarjah und Jonas droht das Militär.

Freunde der Kunst

Den Eltern gelingt es, wenigstens einen der beiden, Schemarjah, nach Amerika in eine ungewisse Sicherheit zu bringen. Der andere, Jonas, verschwindet im russischen Heer. Mirjam indes trifft sich mit den Kosaken im Kornfeld. Zur Rettung ihres Seelen­heils beschließt Mendel, Schemarjah mit Frau und Tochter ins „weltenweite” Amerika zu folgen. Doch da er den reiseunfähigen Menuchim zurücklässt, plagen ihn Schuldgefühle.

Kaum in der neuen Heimat eingetroffen, bricht der Erste Weltkrieg aus. Schemarjah fällt in Europa, Jonas und Menuchim gelten als verschollen, Mirjam wird wahnsinnig und Deborah stirbt vor Kummer. Verbittert erkennt Mendel, dass er die falschen Entscheidungen getroffen und alles verloren hat im Leben. Aber dann geschieht ein Wunder: Die Prophezeiung des Rabbis scheint sich in der fernen Heimat erfüllt zu haben.


martin.siebold@tup-online.de