17.03.2015 08:00 von Giuseppe Verdi

Theater in Erfurt: Rigoletto - geht auf Victor Hugos Versdrama Le roi s’amuse zurück

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Seine bis heute ungebrochene Popularität verdankt Rigoletto jedoch in erster Linie den fesselnden Ensembles und Arien; (c) Theater Erfurt, Lutz Edelhoff

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Von: GFDK - Theater Erfurt

Als buckliger Narr, ein verunstalteter Außenseiter der höfischen Gesellschaft, verspottet Rigoletto zynisch und schonungslos die Opfer der Liebeslust seines Dienstherrn, des Herzogs von Mantua.

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Daher trifft ihn der Fluch des Grafen von Monterone, dessen Tochter Opfer des herzoglichen Liebeswerbens wurde. Als sich dann noch seine eigene Tochter Gilda ausgerechnet in den Herzog verliebt, verliert Rigoletto vollends den Boden unter den Füßen. Er wendet sich an den Mörder Sparafucile, der den Lüstling für ihn umbringen soll. Gilda aber, die den Herzog noch immer liebt, durchschaut die Pläne ihres Vaters. Sie macht sich, als Mann verkleidet, auf zu der Schenke, in der Sparafucile bereits auf sein Opfer wartet.

Vereinbarungsgemäß übergibt Sparafucile dem ahnungslosen Rigoletto nach der Tat den Sack mit dem Leichnam, in dem dieser den toten Herzog vermutet. Als Rigoletto aber in der Ferne die Stimme seines Dienstherrn hört, muss er erkennen, dass nicht der Herzog, sondern Gilda das Opfer seiner Rache wurde.

Gemeinsam mit dem Trovatore und La traviata (beide 1853) zählt der im März 1851 in Venedig uraufgeführte Rigoletto zur so genannten „Trilogia popolare“ Giuseppe Verdis und steht damit am Beginn der eigentlichen Reifeperiode seiner großen Musikdramen. Der Stoff geht unmittelbar auf Victor Hugos Versdrama Le roi s’amuse (Der König amüsiert sich) von 1832 zurück, das Verdi 1850 kennenlernte und das er voller Überschwang als „vielleicht sogar das größte Drama der Moderne“ pries.

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Folglich lehnt sich das Libretto Francesco Maria Piaves, im Unterschied zu den meisten anderen Opern Verdis, erstaunlich eng an die literarische Vorlage an. Seine bis heute ungebrochene Popularität verdankt Rigoletto jedoch in erster Linie den fesselnden Ensembles und Arien, unter denen Gildas Caro nome und das unsterbliche La donna è mobile des Herzogs besonders herausragen.

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