19.01.2014 09:00 von Claudio Monteverdi

Theater in Erfurt: Die Krönung der Poppea - ein Leben in der Verbannung

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Am Ende bleibt für Seneca nur der Selbstmord im Bad; (c) Lutz Edelhoff

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Von: GFDK - Theater Erfurt

Aus Machtkalkül und Liebe zu Kaiser Nero wirft die römische Edeldame Poppea Sabina alle Vorstellungen von Anstand und Sitte ihrer noblen Herkunft über Bord und verlässt ihren Gatten Ottone, während der Kaiser seinerseits der Gemahlin Octavia den Laufpass gibt.

Theater in Erfurt

Weder die Moralpredigten des stoischen Philosophen Seneca noch das gemeinsam von Ottone und seiner einstigen Geliebten und zukünftigen Leidensgenossin Drusilla geschmiedete Mordkomplott können das Liebesglück Neros und Poppeas trüben. Am Ende bleibt für Seneca nur der Selbstmord im Bad und für die übrigen Protagonisten ein Leben in der Verbannung.

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1642 erlebt Claudio Monteverdis Krönung der Poppea ihre Uraufführung am Teatro Santi Giovanni e Paolo in Venedig – 35 Jahre nach seinem Opernerstling L’Orfeo, der am Theater Erfurt zuletzt 2007 in einer von Publikum und Kritik gefeierten Produktion zu erleben war. In der Zwischenzeit, seit der Eröffnung der ersten öffentlichen Opernhäuser, hatte sich die Oper in Italien zu Beginn des zweiten Drittels des 17. Jahrhunderts von einer höfischen zu einer bürgerlichen Institution gewandelt.

Oper in einem Prolog und drei Akten von Claudio Monteverdi

Die noch immer junge Gattung Oper singt sich in der Poppea „so unmittelbar aus, als seien Probleme politischer Gewalt, des Ehebruchs und des befohlenen Selbstmords nicht der Rede wert.“ (Barbara Zuber) Und so sind auch die Figuren in Monteverdis grandiosem Spätwerk von den Höhen des Olymps in die Niederungen des (fast) alltäglichen Lebens herabgestiegen – Endstation Sex and Crime im alten Rom!

kehr@theater-erfurt.de