24.09.2013 08:00 William Shakespeare

Theater in Duisburg: Othello - eine drastische Sprache, um von Hass, Rassismus und Liebe zu erzählen

Othello von William Shakespeare am theater duisburg

bearbeitet von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel; (c) Sascha Kreklau

Von: GFDK - Theater Dusiburg

"Er hält mich für korrekt. Das ist mein Vorteil und sein Handicap." Jago täuscht Othello. Der Fähnrich rächt sich an seinem General, weil der ihn nicht befördert hat. Er besetzt seinen Kopf - und Desdemona, Othellos Frau, verliert ihre Unschuld. Nicht durch ihre Taten, sondern durch das Gift des Misstrauens, das Jago sät. Im intriganten Jago sieht Othello seinen loyalen Freund, in seinem treuen Leutnant Cassio den Geliebten seiner Frau und in der ihn aufopfernd liebenden Desdemona eine ihn täuschende Hure.

Theater in Dusiburg

Die Neuübersetzung und Bearbeitung durch Feridun Zaimoglu und Günter Senkel begreift Shakespeares Text nicht als wohltemperierten Klassiker, sondern findet eine drastische Sprache, um von Hass, Rassismus und Liebe zu erzählen.

Hintergrund

Der erfolgreiche türkischstämmige Autor und Journalist Feridun Zaimoglu, bekannt durch Erfolgsbücher wie "Leyla" (2006), "Liebesbrand" (2008, erhielt den Preis der Leipziger Buchmesse) und "Hinterland" (2009) erarbeitete bereits häufig in Ko-Autorenschaft mit Günter Senkel Theaterfassungen und Drehbücher u. a. "Schwarze Jungfrauen" für das Berliner HAU oder "Molière. Eine Passion" für die Salzburger Festspiele. Ihre Othello-Bearbeitung wurde 2003 unter der Regie von Luk Perceval an den Münchner Kammerspielen uraufgeführt und spaltete die Presse: "... grober Fall von Klassikerverhunzung ...", urteilte der Focus, während die Neue Zürcher Zeitung "eine Meisterleistung" erkannte.

Freunde der Kunst

Es spielen:

Hanna Kertesz, Jennifer Riahi; Adrian Hildebrandt, Stefan Kolkenbrock, Matthias Matz, Leo Meier, Behzad Sharifi

b.schmitz@stadt-duisburg.de