31.12.2015 07:33 nach Berthold Brecht

Theater in Düsseldorf: zwischen Spießertum und sexueller Anzüglichkeit - Die Kleinbürgerhochzeit

Braeutigam, Moritz von Treuenfels und die Braut, Viola Pobitschka

Mit liebevollem Spott beschreibt Brecht die frischgebackene Kleinfamilie und ihre Gäste zwischen Spießertum und sexueller Anzüglichkeit.(c) Sebastian Hoppe

Von: GFDK - Andrea Kaiser

»Ich habe nicht alle Tage Hochzeit! Trinkt und sitzt nicht so steif da!«

Eignes Heim, Glück allein: Endlich verheiratet, feiert das Hochzeitspaar mit seinen Gästen in der frisch bezogenen Wohnung. Voller Stolz zeigt der Bräutigam die selbstgebastelten Möbel, sogar der Leim ist Marke Eigenbau. Lieder werden zum Besten gegeben, man singt, und es wird »rassig« getanzt – ein ausgelassenes Grüppchen hat sich da ver­sammelt, um auf den schönsten Tag im Leben des Paares gebührend und ausgiebig anzustoßen. Doch mit feuchtfröhlichem Fortschreiten der Gesellschaft gilt: je später der Abend, desto wackliger die Stühle. Und irgendwann gehen Mobiliar und Fest vollkommen aus dem Leim, die Fassaden der bürgerlichen Moral fallen rasch und vollständig.

Theater in Düsseldorf

Mit liebevollem Spott beschreibt Brecht die frischgebackene Kleinfamilie und ihre Gäste zwischen Spießertum und sexueller Anzüglichkeit.

Die Kleinbürgerhochzeit ist sein berühmtester Einakter. Brecht schrieb ihn 1919 im Alter von nur 21 Jahren, aber die turbulente Farce könnte durchaus auch von Karl Valentin stammen, dem mit Brecht befreundeten Meister des schwarzen Humors.

Premiere am 16.1.2016, bis 25.2.2016

mit

Bräutigam – Moritz von Treuenfels
Die Braut – Viola Pobitschka
Die Schwester der Braut – Hanna Werth
Der Vater der Braut – Marcus Calvin
Die Freundin der Braut – Louisa Stroux
Ihr Mann – Lutz Wessel
Die Mutter des Bräutigams – Christiane Roßbach
Der Freund des Bräutigams – Dirk Ossig
Der junge Mann – Dominik Raneburger
Der Mann an der Heimorgel – Matts Johan Leenders

Regie – Hans-Ulrich Becker
Ausstattung – Stefanie Seitz
Musik – Matts Johan Leenders
Dramaturgie – Armin Breidenbach