28.01.2015 09:00 von William Shakespeare

Theater in Dresden: Hamlet - in Dänemark ist nichts, wie es war

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Innerlich zerrissen, will er den Tod seines Vaters rächen; (c) Matthias Horn

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Von: GFDK - Schauspiel Dresden

In Dänemark ist nichts, wie es war. Die bisherige Ordnung gibt es nicht mehr. Dem krisengebeutelten dänischen Königreich droht der Untergang; etwas ist faul im Staate. Mittendrin der Königssohn: Hamlet.
Der taumelt – in sich selbst gefangen und traumatisiert von der Hochzeit seiner Mutter mit dem potenziellen Vatermörder – durchs Leben.

Theater in Dresden

Antworten auf die quälenden Fragen seiner Existenz findet er keine. Gerade eben hat Hamlet noch seinen Vater zu Grabe getragen, da muss er seinen Onkel als neuen Mann der Mutter akzeptieren. Und Ophelia, die er liebt, spioniert ihm nach im Dienste seiner vermeintlichen Gegner. Eine Welt aus Lug und Trug, so scheint es Hamlet. Woher sollte da noch Vertrauen kommen? Hamlet strauchelt. Er schwankt. Er will handeln und tut es lange nicht. Innerlich zerrissen, will er den Tod seines Vaters rächen. Und damit setzt er ein mörderisches Spiel in Gang.

Freunde der Kunst
 
Regisseur Roger Vontobel inszenierte in Dresden bereits Schillers „Don Carlos“ und Kleists „Zerbrochnen Krug“. In seiner „Hamlet“-Inszenierung stellt er nun die Frage, wie richtiges Handeln möglich ist, wenn man den Spagat zwischen privater Not und politischer Realität machen muss. Wer ist hier im Recht? Hamlet, dem ein Geist den Racheauftrag gab und ihm die Intrige einflüsterte? Oder König Claudius, der vorgeblich alle privaten Sorgen und Nöte dem Staatswohl unterordnet? Wer lügt? Wer sieht noch klar?

Wer ist wahnsinnig und wer vernünftig in dieser Welt, die aus den Fugen ist?
Die Dresdner „Hamlet“-Inszenierung wird auch eine musikalische Erzählebene haben. Für das berühmte „Stück im Stück“, die sogenannte „Mausefalle“, steht die Band Woods Of Birnam um Frontmann Christian Friedel auf der Bühne.

martina.aschmies@remove-this.staatsschauspiel-dresden.de