31.05.2015 09:00 von Georg Friedrich Händel

Theater in Bremen: Oreste - eine Studie über das Dunkle im Menschen

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Auf der Insel Tauris herrscht König Thoas, mit archaisch-blutigen Methoden hält er alle in Angst und Schrecken; (c) Jörg Landsberg

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Von: GFDK - Theater Bremen

Auf der Insel Tauris herrscht König Thoas, mit archaisch-blutigen Methoden hält er alle in Angst und Schrecken. Thoas von Tauris tötet statt zu reden, jedem Begehren lässt er ungezügelt freien Lauf. Dieser König ist ein dunkler Dämon, eine Verkörperung all jener Triebe und Affekte, die Zivilisation und Aufklärung seit Jahrhunderten in Schach zu halten versuchen, in Thoas sind sie noch lebendig.

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Eines Tages aber betreten Menschen, die das tödliche Begehren nach Blut und Lust in sich zum Schweigen gebracht hatten, die Insel dieses wilden Königs. Der Muttermörder Oreste und seine Schwester, die Priesterin Iphigenie, sein treuer Freund Pylades und seine liebende Ehefrau Hermione und schließlich auch Philoktet, der einer von Thoas’ Männern ist, müssen sich auf Tauris fragen, wie stabil die zivilisatorische Schicht tatsächlich ist. Der Taurer-König weckt in ihnen wieder ein dunkles Begehren, das sie längst besiegt glaubten. Wie werden sie umgehen mit dem Wiedererwachen ihrer geheimsten Triebe?

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Händels „Oreste“ ist eine Studie über das Dunkle im Menschen, das der aufgeklärte Zeitgenosse lieber verdrängt statt es in seinen mühsam ausgeglichenen Seelenhaushalt zu integrieren. Der Barockspezialist Olof Boman, der in Bremen vergangene Spielzeit „Orlando furioso“ dirigiert hatte, kehrt nach Bremen zurück, um zum ersten Mal mit dem Regisseur Robert Lehniger zusammenzuarbeiten, der schon „Hair“ am Theater Bremen inszenierte.

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