27.08.2014 09:00 von Dea Loher

Theater in Bremen: Das Leben auf der Praca Roosevelt - weniger exotisch als realistisch

Dea Loher theater bremen

Es wird uns allen früh beigebracht, wie man das Nagelbrett akzeptiert, das dir das Leben hinstellt; (c) Jörg Landsberg

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Von: GFDK - Theater Bremen

„Es wird uns allen früh beigebracht, wie man das Nagelbrett akzeptiert, das dir das Leben hinstellt. Wir legen uns darauf und haben gelernt, nicht zu schreien vor Schmerzen.

Theater in Bremen

Eine ganze Stadt voller Fakire. Aber es wird uns erst besser gehen, wenn wir unsere Wunden zeigen.“ (Vito) — Praça Roosevelt, ein gewöhnlicher Platz in der Megametropole São Paulo. Hier treffen sie sich: die schöne Bingozahlen-Ansagerin, die krebskranke Sekretärin Concha und ihre beste Freundin Aurora, ein alternder Transvestit. Der Revolverfabrikant, der das Töten mit den Waffen, die er hergestellt hat, nicht mehr aushält, Mundo, ein Obdachloser, der mitten auf dem Platz sitzt und kein Wort spricht, die Dealer, die Huren und ihre Kunden – und ein Polizist. Verzweifelt sucht er im täglichen Chaos seinen Sohn.

Dea Lohers Biografien-Panoptikum ist weniger exotisch als realistisch: das Elend, der Kampf ums Überleben, aber auch die Träume und der rettende Zusammenhalt der Außenseiter sind – wie vieles andere – längst global. „Wie viel São Paulo steckt in Bremen, wie viel Bremen in São Paulo?“, fragt die niederländische Regisseurin und Direktorin des Ro Theaters Rotterdam Alize Zandwijk zur Eröffnung der Schauspielsaison am Theater Bremen.

Freunde der Kunst

am 18.09.2014

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