16.01.2014 08:00 Oper in drei Akten von Kurt Weill

Theater in Bremen: Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny - eine große Depression grundiert Brechts und Weills Lehrstück

Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny  bremen

Ich habe keinen Glauben, weder an einen Gott im Himmel noch an einen idealen Zustand im Staat; (c) Jörg Landsberg

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Von: GFDK - Theater Bremen

„Ich habe keinen Glauben, weder an einen Gott im Himmel noch an einen idealen Zustand im Staat. Es gibt keinen Zustand, in dem das Wort Glück für viele Menschen das gleiche bedeutet. Es sollte diesen Zustand nicht geben.“ (Herta Müller) — Am Anfang steht die Gründung einer Stadt. Weniger aus einem Ideal denn vielmehr aus einem Zustand absoluter Perspektivlosigkeit heraus, beschließen Witwe Begbick, Fatty und Moses, einen Ort in die Welt zu setzen, der Geld bringen soll.

Theater in Bremen

Sich zu Tode fressen, zu Tode saufen, leer vögeln und kaputt boxen

Sie wollen das System überlisten, das sie ausgesaugt hat und taufen ihre Stadt „Mahagonny, die Netzestadt“. Doch das System lässt sich nicht überlisten, die Netze bleiben leer – die, die nach Mahagonny kommen, bringen statt Geld nur Unzufriedenheit.

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Eine große Depression grundiert Brechts und Weills Lehrstück. In einem gigantischen nihilistischen Projekt verfolgen die Figuren den gemeinsamen Untergang: sich zu Tode fressen, zu Tode saufen, leer vögeln und kaputt boxen. Die Sehnsucht nach dem Punkt Null ist die einzige Utopie, die geblieben ist. Nur in Jim Mahoney bohrt eine Idee von Lebendigkeit, die die wesentlichen Fragen unserer Zeit aufwirft: Wie wollen wir leben? Was heißt Gemeinschaft? Und: Wie bin ich Mensch?

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