23.10.2013 09:00 von Coline Serreau

Theater in Bochum: Hase Hase - sind wir angepasst und abgestumpft?

hase hase von Coline Serreau am schauspielhaus bochum

Man hält für Augenblicke inne und schaut wie von weitem auf sein eigenes Leben; (c) Thomas Aurin

Von: GFDK - Schauspielhaus Bochum

Das kennt jeder: Man hält für Augenblicke inne und schaut wie von weitem auf sein eigenes Leben. Wie ein Fremder oder wie ein Außerirdischer beobachten wir dann unseren Alltag und fragen uns, ob das eigentlich richtig ist, was wir Tag für Tag tun. Sind wir glücklich, haben wir den richtigen Mann geheiratet oder sind wir einfach nur angepasst und abgestumpft? Die meisten schütteln dann schnell den Kopf und machen einfach irgendwie weiter.

Theater in Bochum

Nicht aber die Familie Hase. Die Hases steigen aus. Sie machen nicht mehr mit. Sie verlassen die normalen Bahnen ihres Lebens und sagen „Nein“ zu einem Leben, das sie so nicht führen wollen. Sie sagen „Nein“ dazu, Opfer zu sein, „Nein“ zu Langeweile und Ungerechtigkeit, „Nein“ zu Lügen. Sie passen sich nicht an, sondern fallen aus dem Rahmen. Einer nach dem anderen verlässt sein geordnetes Leben. Doch wohin geht man, wenn man alles aufgegeben hat? Darauf gibt es bei den Hases nur eine Antwort: nach Hause, zu Mama und Papa.

Freunde der Kunst

Ein Kind nach dem anderen kommt zurück, eine Matraze nach der anderen stapelt sich im Wohnzimmer und dann kommt alles anders als geplant. Kein Wunder, dass ihr jüngster Sohn ein Alien ist, denn sollten die Außerirdischen einmal herausfinden wollen, was die wirklichen Menschen verbindet und zusammenhält, dann können sie es bei den Hases lernen: Die Mama und die Familie halten alles zusammen.

Und genau da möchte Hase, der Jüngste, bleiben: bei seiner Familie, die wirklich nicht immer leicht auszuhalten ist, aber die eine echte Chance verdient hat. Er wird die Außerirdischen davon überzeugen, dass er bei den Menschen bleiben kann, aber vorher werden die Hases noch echte Heldentaten vollbringen.

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