02.04.2014 09:00 Wolfgang Amadeus Mozart

Theater in Bielefeld: Così fan tutte - Heiteres Dramma giocoso oder zwischenmenschliche Tragödie?

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Ein Spiel um das Ausloten der eigenen Grenzen; (c) Kai-Uwe Schulte-Bunert

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Von: GFDK - Theater Bielefeld

Heiteres Dramma giocoso oder zwischenmenschliche Tragödie? Mozarts Oper Così fan tutte, die im Januar 1790 in Wien uraufgeführt wurde, ist vor allem eines: ein Experiment, mehr noch – ein Spiel um das Ausloten der eigenen Grenzen und die Frage, wie man mit den daraus resultierenden Erfahrungen am besten umgehen soll.

Theater in Bielefeld

Das erprobte Gespann Mozart / Da Ponte ließ hier dem Einfallsreichtum freien Lauf und schuf ein Werk, das im 19. Jahrhundert als frivol verpönt war, heute dagegen als Meisterwerk an Raffinesse gilt und das durchaus ernste Fragen auf unterhaltsame Weise auf die Bühne bringt.

Così fan tutte, »So machen sie’s alle«, behauptet Don Alfonso über die seiner Ansicht nach untreuen Frauen und regt an zum Partnertausch, um den beiden Freunden Guglielmo und Ferrando seine These zu beweisen. Die sehen sich genötigt, den Gegenbeweis zu erbringen und machen sich dafür an die Geliebte des jeweils anderen heran. Feste, Maskeraden und Verstellung – in diesem Beziehungsdrama ist alles erlaubt.

Freunde der Kunst

Doch wer sich einmal auf dieses Spiel einlässt, muss es auch gnadenlos zu Ende spielen, egal, ob dabei das gegenseitige Vertrauen gründlich erschüttert wird. Denn nehmen die beiden Frauen nicht sogar wissentlich und mit einigem Vergnügen an diesem abwechslungsreichen Experiment teil? Was als pikant-frivoles Amüsement beginnt, schlägt schnell um in ein Spiel mit dem Feuer, bei dem sich die Frage stellt: Wer spielt hier eigentlich mit wem und wo verläuft die Grenze zwischen Spiel und Realität?

nadine.brockmann@bielefeld.de