22.02.2012 07:51 "Die Oper muss Tränen entlocken"

Theater in Biel Solothurn: I Puritani / Oper von Vincenzo Bellini - Premiere am 2. und 10.3.2012

Von: Beat Glur

„Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen“, schrieb Vincenzo Bellini an seinen Librettisten Carlo Pepoli. Der Komponist erreichte mehr als das: Die Uraufführung seiner Oper „I Puritani“ 1835 im Théâtre Italien in Paris war ein riesiger Erfolg. „Die Franzosen sind verrückt geworden“, stellte Bellini nach der Premiere bewundernd fest. Aber die „Puritani“ wurden sein letzter Triumph: Wenige Monate
später starb der hochgelobte Komponist unerwartet mit nur 34 Jahren.
Im Original spielt das Stück im 17. Jahrhundert im englischen Bürgerkrieg; in der Bieler Inszenierung ist es nach Amerika und teilweise in die Gegenwart versetzt.

Der Republikaner Cromwell kämpft mit den Puritanern gegen das Königshaus der Stuarts. Inmitten der politischen Wirren spielt sich eine dramatische Liebesgeschichte ab: Die Hochzeit von Arturo und Elvira, der Tochter des puritanischen Gouverneurs, findet ein abruptes Ende, weil Arturo, ein heimlicher Anhänger der Stuarts, mit der zum Tode verurteilten Königin flieht, um
sie in Sicherheit zu bringen. Elvira wähnt sich betrogen und verliert den Verstand.

 
Heute sind die „Puritani“ neben „La Sonnambula“ und „Norma“ Bellinis meistgespielte Werke. Seine letzte Oper ist vor allem eine Gesangsoper; im Gegensatz etwa zur „Norma“ tritt das Rezitativ hier zugunsten grosser melodischer Bögen weitgehend zurück. Bellinis „Puritani“ stellt höchste Ansprüche an die Solisten, allen voran an die mit schwierigster Vokalakrobatik
komponierten Partien der Sopranistin (Elvira) und des Tenors (Arturo). „I Puritani“ ist aber auch eine grosse Choroper: Den Chören kommt eine herausragende Bedeutung zu.


„I Puritani“ ist die diesjährige ‚Palace’-Produktion des Theater Biel Solothurn, also die grosse Oper der Spielzeit 2011/12. Das Leitungsteam ist das gleiche, das vor einem Jahr ebenfalls im Palace erfolgreich Verdis „Macbeth“ auf die Bühne gebracht hat. Am Dirigentenpult steht der musikalische Leiter Franco Trinca, für die Inszenierung zeichnet Georg Rootering und für Bühne und Kostüme Vazul Matusz verantwortlich. Angelo Ferrari als Arturo und Rosa Elvira
Sierra als Elvira sind das tragische Liebespaar.

Besetzung
Opera seria in tre atti von Vincenzo Bellini
Libretto von Carlo Pepoli
Nach dem historischen Drama „Têtes rondes et cavaliers“ (1833) von Jacques-Arsène-François-Polycarpe Ancelot und Joseph-Xavier-Boniface Saintine, das auf Walter Scotts Roman „Old Mortality“ (1816) beruht.
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln


Musikalische Leitung Franco Trinca
Inszenierung Georg Rootering
Bühne / Kostüme Vazul Matusz
Chorleitung Valentin Vassilev
Lord Gualtiero Valton (Generalgouverneur, Puritaner) Eric Förster / Alexey Birkus
Elvira (seine Tochter) Rosa Elvira Sierra
Sir Giorgio (sein Bruder, Puritaner) Yongfan Chen-Hauser
Lord Arturo Talbo (Anhänger der Stuarts) Angelo Ferrari
Sir Riccardo Forth (Offizier, Puritaner) Michele Govi
Sir Bruno Roberton (Offizier, Puritaner) Konstantin Nazlamov
Enrichetta di Francia (Witwe König Karls I.) Martina Gegenleithner*
Chor des Theater Biel Solothurn


Sinfonie Orchester Biel
*Studierende der Hochschule der Künste Bern, Schweizer Opernstudio

 

Premierendaten
Biel: Freitag, 2. März, 19.30 Uhr, Palace
Solothurn: Samstag, 10. März, 19.00 Uhr, Stadttheater

 

THEATER BIEL SOLOTHURN
Beat Glur
Medienverantwortlicher
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