26.08.2014 08:00 von Jean-Paul Sartre

Theater in Berlin: Das Spiel ist aus - André Charlier vergiftet seine Ehefrau Eve

Von: GFDK - Deutsches Theater Berlin

André Charlier vergiftet seine Ehefrau Eve. Zur gleichen Zeit wird der Widerstandskämpfer Pierre Dumaine erschossen.

Theater in Berlin

Im Leben einander nie begegnet, treffen sich Eve und Pierre im Reich der Toten. Als Tote werden sie zu Zuschauern des Lebens: Sie können nichts bewegen, nichts verändern, nichts spüren. Dennoch verlieben sich die beiden – und bekommen eine zweite Chance. Um ihre Liebe zu verwirklichen dürfen sie ins Leben zurückkehren, mit einer Auflage: sich innerhalb von 24 Stunden uneingeschränkt zu  vertrauen. Doch Pierre will seine Kameraden von einem geplanten Anschlag abhalten und Eve ihre Schwester vor ihrem Ehemann beschützen. Sie verspielen ihre Chance und kehren zurück ins Reich der Toten, diesmal endgültig.

Freunde der Kunst

In seinem 1943 verfassten Drehbuch hat sich Jean-Paul Sartre erlaubt, auch einmal zu spielen. Dennoch ist sein Text mehr als nur Spielerei: Die Geschichte über den Tod wirft auch heute noch Fragen über das Leben auf. In einer Gesellschaft, in der auf Revolutionen immer nur neue Diktatoren folgen, in der Genuss verpönt und für Gefühle keine Zeit ist – wo ist da noch der Unterschied zwischen uns Lebenden und Sartres Toten? Muss man das Leben erst verlieren, um es zu erkennen? Und kann diese Erkenntnis etwas verändern?

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