20.02.2012 07:02 ein Stück von Arthur Schnitzler

Theater in Basel: DAS WEITE LAND bis Ende Mai 2012

Photo: Andreas Praefcke, Quelle: wikipedia

Von: Theater Basel

«Die Seele ist ein weites Land, wie ein Dichter es einmal ausdrückte. Es kann übrigens auch ein Hoteldirektor gewesen sein», – sagt der Hoteldirektor. Er hat seine Frau betrogen und erzählt dies nun einem Gast, dem Fabrikanten Friedrich Hofreiter, der sich in den Dolomiten selbst von einer Affäre mit einer Bankiersgattin erholen will.

Helfen soll ihm dabei in der «dünnen Luft» der Dolomiten die junge Erna. Derweil ist Hofreiters Frau zu Hause geblieben um den Selbstmord eines Pianisten zu verdauen, der ihr hoffnungslos verfallen war. Doch schnell findet sie Trost in den Armen eines jungen Marinesoldaten.

Erstaunlich, in welcher Offenheit und Deutlichkeit hier jeder jeden betrügt. Aber um was eigentlich? Um den Glauben an die einzig wahre Liebe? Um die Unausweichlichkeit gewisser Lebensentscheidungen?

Eine Gesellschaft von Ärzten, Unternehmern und Künstlern: Sie alle sind gefangen in ihrer Doppelmoral zwischen grenzenloser Leidenschaft und der gleichzeitigen Angst vor Kontrollverlust. Gibt es hier im gegenseitigen Verrat überhaupt noch etwas wie eine «Seele» – wenn längst Religion, Psychologie, Medizin ihr andere Breitengrade zugeordnet haben?

Arthur Schnitzler, nicht nur Schriftsteller, sondern auch studierter Arzt und Zeitgenosse eines Sigmund Freud, gibt schonungslos Einblick in unsere vergeblichen Versuche, ständig Ordnung gegen die eigene Bestie zu schaffen. «Das Stück ist eins der wenigen, zu dem ich mich bedingungslos bekenne. Dieses wird bleiben – ja man könnte fast sagen: Es wird erst kommen.»

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