09.05.2013 08:00 Federico García Lorca

Theater in Augsburg: Bernarda Albas Haus - eine archaische Tragödie, die eine Brücke zwischen Antike und Andalusien schlägt

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Bernarda Albas Haus, Theater Augsburg; (c) Nik Schölzel

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Von: GFDK - Theater Augsburg - 4 Bilder

Bernarda Albas Mann ist gestorben, nun soll getrauert werden. „Acht Jahre, das ist die Trauerzeit, und solange kommt mir nicht einmal der Wind von der Straße ins Haus. Wie hinter vermauerten Fenstern und Türen werden wir leben. Genauso ging es im Haus meines Vaters und meines Großvaters zu." Die fünf erwachsenen Töchter sollen indessen ihre Aussteuer sticken.

Theater in Augsburg

Nur Angustias, die Älteste, könnte dem Arrest entkommen, denn sie ist bereits mit Pepe el Romano verlobt. Der ist allerdings nur auf ihr Vermögen scharf und liebt eigentlich Adela, die jüngste Tochter. Entgegen aller Verbote begehrt Adela auf und trifft sich heimlich mit Pepe im Stall. Das kann Bernarda Alba nicht dulden. Mit der Flinte in der Hand treibt sie den Eindringling aus dem Haus und Adela in den Selbstmord.

Schauspiel Augsburg

Moral und Sitte ins äußerste Extrem getrieben, pervertieren in ihr Gegenteil, ins Unmenschliche. García Lorcas letztes Stück, geschrieben kurz bevor er 1936 von den Faschisten erschossen wurde, ist eine archaische Tragödie, die eine Brücke zwischen Antike und Andalusien schlägt. „Tod und Liebe tanzen miteinander einen wilden Tanz, der maskierte und der nackte Tod, die maskierte und die nackte Liebe" (Pablo Neruda).

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Johanna Kellner
Johanna.Kellner@augsburg.de