25.11.2012 09:02 Oper von Giuseppe Verdi

Theater Freiburg: Nabucco - Politische Konflikte, deformierte Familien-Verhältnisse - alles zerbricht an der harten Realität

Theater Freiburg: Nabucco, Zeichenhaft stehen dafür die von den Babyloniern geknechteten Hebräer, zeichenhaft stehen aber ebenso die ungeklärten, auf Intrige und Verlogenheit basierenden Familienverhältnisse rund um den babylonischen König Nabucco. Das persönliche Erleben des jungen, verzweifelten Verdi findet sich darin genauso, wie die brodelnden politischen Verhältnisse eines noch längst nicht vereinigten Italiens.

Nabucco am Theater Freiburg © Maurice Korbel

Von: GFDK - Theater Freiburg - 5 Bilder

Mit 29 Jahren schrieb Verdi 1842 tief depressiv nach schrecklichen familiären Katastrophen – in kurzer Folge verlor er durch Tod seine beiden Kinder und seine Frau – seine dritte Oper, mit der er seine Weltkarriere begründete, auch wenn es für ihn selbst noch etliche Jahre dauern sollte, bis er sich beruhigt auf seinen Status als der italienische Opernkomponist des 19. Jahrhunderts verlassen konnte.

Alle Ingredienzien der hoch emotionalen, tragisch verwickelten Handlungs-Strukturen, die seine Opern in der Folge auszeichnen, sind im »Nabucco« bereits angelegt und ausformuliert. Politische Konflikte werden dargestellt an deformierten Familien-Verhältnissen – Öffentliches und Privates bildet sich in seinen Defiziten gegenseitig ab – die Sehnsucht nach Harmonie, Geborgenheit und Liebe erweist sich jeweils als pure Utopie, zerbricht an der harten Realität.

Zeichenhaft stehen dafür die von den Babyloniern geknechteten Hebräer, zeichenhaft stehen aber ebenso die ungeklärten, auf Intrige und Verlogenheit basierenden Familienverhältnisse rund um den babylonischen König Nabucco. Das persönliche Erleben des jungen, verzweifelten Verdi findet sich darin genauso, wie die brodelnden politischen Verhältnisse eines noch längst nicht vereinigten Italiens.

Nicht von ungefähr konnte der Gefangenenchor der Hebräer zur heimlichen Nationalhymne des sich nach Einigkeit sehnenden Italiens werden, Sinnbild für die verzweifelte Hoffnung, die einen trotz aller Pein am Leben erhält: »Va pensiero sull’ali dorate – Flieg Gedanke, getragen von Sehnsucht«!

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