03.02.2013 08:30 Opernhaus Dortmund

Theater Dortmund: Die Csárdásfürstin - Operette von Emmerich Kálmán bis zum 12.5.2013

Theater Dortmund: Die Csárdásfürstin - Operette von Emmerich Kálmán bis zum 12.5.2013

©Thomas Jauk / Stage Picture

Von: GFDK - Theater Dortmund - 5 Bilder

Er gilt als der Melancholiker unter den Operettenkomponisten, Emmerich Kálmán, der auch im tollsten Operettenrausch nicht auf Zwischentöne in Moll verzichten wollte und damit offensichtlich den Nerv seiner Zeit traf. Das gilt auch und insbesondere für seine bekannteste Operette, die Csárdásfürstin. Entstanden vor und während des Ersten Weltkrieges, blitzt zwischen feurigen Csárdásklängen und betörenden Wiener Walzern der anstehende Epochenwandel immer wieder durch.

Kálmáns Csárdásfürstin wurde 1915 in Wien mit großem Erfolg uraufgeführt; eine schnelle internationale Verbreitung verhinderte allerdings der im Jahr zuvor ausgebrochene Krieg. Dennoch erhielt das Werk bald eine Schlüsselstellung in der Operettenwelt; denn was Lehárs Lustige Witwe für die Wiederbelebung der erstarkten Wiener Operette bedeutete, leistete die Csárdásfürstin für eine Operetten-Spielart, die mit dem Zigeunerbaron von Johann Strauß ihren Anfang genommen hatte: Die ungarische Operette feierte in den Jahren nach der Csárdásfürstin ihre glorreiche Renaissance, Emmerich Kálmán wurde ihr prominentester Vertreter.

Kálmán auf den Ungarn zu reduzieren, wird ihm allerdings nicht gerecht, und auch die Csárdásfürstin hat mehr als nur den ungarischen Nationaltanz zu bieten. Die Handlung, angesiedelt zwischen dem Budapester Varieté Orpheum mit seiner gefeierten Chansonette Sylva Varescu und dem Wiener Palais der dünkelhaften von und zu Lippert-Weylersheims, bot Kálmán zahlreiche Möglichkeiten, seinen musikalischen Facettenreichtum unter Beweis zu stellen: „Die Mädis vom Chantant“, „Tanzen möcht ich, jauchzen möcht ich“, „Joi mamam, Bruderherz“ oder das „Schwalbenduett“ sind nur einige der populären Titel der Operette, in der fast jede Nummer ein Hit geworden ist.

Und am Ende, wenn sich die Standesunterschiede relativiert haben, stimmen „tausend kleine Engel“ den Schlussgesang an: „Mag die ganze Welt versinken, hab ich Dich!“ Für viele Zeitgenossen werden diese Zeilen nicht ganz ungetrübt geklungen haben, wenn Kálmán auch für dieses Mal auf das Moll im Schlussakkord verzichtete.

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