02.02.2013 07:00 Was wollte Shakespeare eigentlich?

Theater Bonn: HAMLET von William Shakespeare bis zum 15.3.2013

Theater Bonn: HAMLET von William Shakespeare bis zum 15.3.2013

(c) Thilo Beu

Von: GFDK - Theater Bonn

Der König, Hamlets Vater, wurde vom eigenen Bruder Claudius feige mit Gift dahingemeuchelt. Claudius heiratete darauf prompt die Königin. Aus dem Jenseits wird Hamlet von seinem Vater beschworen, die schmachvolle Tat zu rächen. Mit seiner in Wittenberg erworbenen, humanistischen Denkungsart tritt Hamlet gegen ein archaisch-brutales Königshaus Dänemark an – sein Königshaus. Aber der junge Prinz hat kein Vertrauen. Die Welt ist im Umbruch, alles muss hinterfragt werden, sicher ist nur der Zweifel. Hamlet sieht sich gezwungen, den Wahnsinnigen zu spielen, um die Grenzen seiner Existenz auszuloten.

Schwierig, aber auch spannend ist es, sich den Fragen zu stellen, die Hamlet für uns heute aufwirft: Wann wird das Spielen zur Lebensform und wann wird aus Spiel Ernst? Wie ist umzugehen mit dem Thema der allgegenwärtigen Überwachung, da hinter jedem Vorhang ein Lauscher steht? Wie kann es sein, dass ein aufgeklärter junger Mann sein Leben an das Rachegebot eines Geistes hängt? Reicht es aus, bei einem Stück, das schon unzählige Male aufgeführt wurde, einfach nur die Geschichte zu erzählen? Was wollte Shakespeare eigentlich? Und schließlich, wie thematisieren, dass all das auf dem Theater stattfindet und die handelnden Figuren auch noch selbst ein Theaterstück aufführen? „Das Schauspiel sei die Schlinge, in die den König sein Gewissen bringe“, plant Hamlet, und die „Mausefalle“ ist aufgestellt ...

Johannes Lepper, geboren 1960, stand nach einer Schauspielausbildung in Bochum zunächst selbst auf der Bühne. Seit 1993 arbeitet er als Regisseur und war von 1999 bis 2008 Intendant am Schlosstheater Moers und am Theater Oberhausen. In der Spielzeit 2010/2011 inszenierte er in Bonn Brechts HERR PUNTILA UND SEIN KNECHT MATTI, in der Spielzeit 2011/2012 brachte er Mike Bartletts ERDBEBEN IN LONDON zur deutschsprachigen Erstaufführung.

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