12.05.2011 07:00 von Jean-Paul Sartre

Theater Bielefeld: Die schmutzigen Hände bis zum 24.6.2011

Von: Theater Bielefeld

Hugo, ein junger Intellektueller, schließt sich einer radikalen, revolutionären Partei an, um mit seiner verhassten bürgerlichen Herkunft zu brechen. Als die Partei die Ermordung des hohen Funktionärs Hoederer plant, übernimmt Hugo diese Aufgabe freiwillig. Gemeinsam mit seiner Frau Jessica wird er als Sekretär bei Hoederer eingeschleust.

Doch Hugo ist von der Persönlichkeit seines Opfers zusehends fasziniert und schiebt den Mord immer wieder hinaus. Erst als er Jessica in den Armen Hoederers findet, schießt er. Aber handelt er wirklich aus politischer Überzeugung? Die Parteiführung zweifelt seine ideologische Integrität an. Als Hugo nach verbüßter Haftstrafe wieder Kontakt zu den ehemaligen Genossen aufnimmt,stellt er fest, dass an seiner Tat ein Exempel statuiert werden soll und gerät erneut ins ideologische Kreuzfeuer.

Jean-Paul Sartres Die schmutzigen Hände, entstanden unter dem Eindruck des gerade zu Ende gegangenen Zweiten Weltkriegs und der sich verschärfenden fundamentalen Auseinandersetzung zwischen kapitalistischer und kommunistischer Ideologie, formuliert das ewige Drama um Prinzipien und Pragmatismus.

Obwohl die alten Feindbilder und Utopien nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Imperiums nicht mehr greifen, bleibt heute die Frage nach der individuellen Haltung im Kampf der Prinzipien bestehen. Die Stilisierung des eigenen Standpunktes dominiert das existentialistische Drama. Hat Politik überhaupt noch Gestaltungsmacht? Wie positioniere ich mich als politisches Individuum?

Kontakt

Nadine Brockmann, Theater Bielefeld, Brunnenstraße 3-9, 33602 Bielefeld
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