30.04.2012 07:09 am 04 und 10. Mai und 02. Juni 2012

Stück Labor Basel präsentiert: - Drei Autoren und Autorinnen mit drei neuen Texten an drei Schweizer Theatern

Von: Dr. Michael Bellgardt

Es ist soweit: Nach einem intensiven Jahr der Hausautorenschaft und einem langen Schreibwinter präsentieren die drei diesjährigen Stück Labor Autoren und Autorinnen Beatrice Fleischlin, Lukas Linder und Verena Rossbacher ihre neuen Stücke.

Entstanden sind sie in engem Austausch mit den Theaterschaffenden der drei Stück Labor Partnertheater Theater Basel, Luzerner Theater und Theater Biel Solothurn. Alle Texte wurden in der Probenarbeit überprüft, weiterentwickelt, zum Teil wurde bis zum Schluss daran gefeilt. Ein intensiver Prozess, der alle Beteiligten auf besondere Weise zusammengeführt und herausgefordert hat.

Nun werden die Ergebnisse der Arbeit in den drei Städten der Öffentlichkeit vorgestellt: Am 4. Mai „Grimm – Eine Hausmärchen-Expedition“ von Verena Rossbacher und Thorleifur Örn Arnarsson am Luzerner Theater, am 10. Mai „Der Mann in der Badewanne oder Wie man ein Held wird“ von Lukas Linder am Theater Biel Solothurn und am 2. Juni „triptychon eines seltsamen gefühls*“ von Beatrice Fleischlin am Theater Basel.

Inhaltlich und formal sind die drei Stücke so unterschiedlich, wie die Kontexte und Richtungen, aus denen die drei Schweizer Autoren kommen: Verena Rossbacher, die mit ihrem arabeskenhaften, musikalischen Schreibstil und ihrer überschäumenden Fabulierfreude bislang vor allem als Prosaautorin bekannt geworden ist, hat im Geschichtenschatz der Gebrüder Grimm reiches Futter für ihre skurrile «Hausmärchen- Expedition» gefunden.

Der Dramatiker Lukas Linder, in dessen absurden Verlierergeschichten die schrägen Antihelden oft so unerbittlich vom Leben gebeutelt werden, beweist auch in seinem neuesten Stück theatralisches Gespür für die grotesken Momente des menschlichen Daseins.

Und Beatrice Fleischlin, die bisher vor allem als Performerin ihrer eigenen, unnachahmbar brüchigen Texte die Grenze zwischen dem Authentischen und dem Kunstvollen ausgelotet hat. Für und mit dem Theater Basel begibt sie sich nun auf die Suche nach einem seltsamen Gefühl:

Diesem einen bombastischen eben. Bei aller Verschiedenheit der Stücke und Schreibformen gibt es aber doch etwas, das alle drei Autoren und Stücke verbindet: Der Wille und die Begabung, die Welt mit Humor zu betrachten. Trotz allem oder gerade weil.

STÜCK LABOR CARD

30% ermässigte Eintritte zu den drei Uraufführungen im Stück Labor Verbund. Wer sich in Bewegung setzt, um die drei neuen Stücke an den drei Theatern zu sehen, profitiert mit der Stück Labor Card. Sie kostet nur CHF 10.-. Dafür erhalten Sie 30% Rabatt auf je einen Eintritt zu den drei oben genannten Inszenierungen. Erhältlich ist die Stück Labor Card an den Billetkassen der Theater Basel, Theater Luzern und Theater Biel Solothurn.

Informationen zu den drei Produktionen

GRIMM – EINE HAUSMÄRCHEN-EXPEDITION

Von Verena Rossbacher und Thorleifur Örn Arnarsson

Inszenierung: Thorleifur Örn Arnarsson / Bühne: Vytautas Narbutas / Kostüme: Filippía Elisdóttir / Musik: Símon Birgisson / Licht: Gérard Cleven / Dramaturgie: Ulf Frötzschner

Mit: Judith Cuénod, Marie Gesien, Wiebke Kayser, Juliane Lang, Bettina Riebesel; Nicolas Batthyany, Christian Baus, Jörg Dathe, Hans-Caspar Gattiker, Hajo Tuschy, Jürg Wisbach

Premiere: 4. Mai 2012, 19.30 Uhr, Luzerner Theater

Vorstellungen: 10.05. / 18.05. / 26.05. / 01.06 / 09.06 / 13.06 / 14.06 / 16.06. 2012

Ein Saal, eine Bühne. Eine Gesellschaft eigenwilliger, skurriler Gestalten: ein Königspaar und eine Prinzessin, ein Frosch, ein Wolf und ein Jäger und die böse Stiefmutter; Schneewittchen und Rotkäppchen sowie Hans im Glück und der, den’s nicht gruselt ... –

Oder sind es einfach nur Hotelgäste, einzig auf der Suche nach Entspannung und ein wenig Erholung? Aber dann diese sieben Männer mit der riesigen Lanze! Ein Irrenhaus? Und warum bleiben zwei Stühle am Tisch immer frei?

Die erste Auflage der «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm erschien 1812, also vor 200 Jahren. Anlässlich dieses Jubiläums begibt sich das Luzerner Theater auf die Spuren dieser Märchen und Mythen. Die Luzerner Hausautorin Verena Rossbacher untersucht die Bedeutung der ach so alten Geschichten fürs Heute und fördert Unerwartetes, äusserst Überraschendes zu Tage.

Verena Rossbacher, aufgewachsen in Österreich und in der Schweiz, studierte Philosophie und Theologie in Zürich und anschliessend am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. 2002 nahm sie am Dramenprozessor am Theater Winkelwiese in Zürich teil.

Für ihre Werke wurde sie bereits mit diversen Preisen und Stipendien ausgezeichnet, 2010 wurde sie zum Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb geladen. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit unterrichtet sie regelmässig am Literaturinstitut in Biel.

Ihr Romandebüt «Verlangen nach Drachen» vor zwei Jahren wurde vom Feuilleton aller grossen deutschsprachigen Zeitungen hoch gelobt: «Selten hat man sich in der neuen Literatur so glänzend unterhalten.» (Die Zeit), «Einig aber dürfte man sich über die Tatsache werden, dass hier ein ganz und gar ungeheuerliches Buch vorliegt.» (FAZ).                                     

DER MANN IN DER BADEWANNE ODER WIE MAN EIN HELD WIRD

Von Lukas Linder

Inszenierung: Katharina Rupp / Ausstattung: Vazul Matusz / Dramaturgie: Adrian Flückiger

Mit: Barbara Grimm, Miriam Joya Strübel; Günter Baumann, Jan-Philip Walter Heinzel, Matthias Schoch

Premiere: 10. Mai 2012, 19.30 Uhr, Theater Solothurn

Vorstellungen: 19.05. / 30.05. / 01.06. / 05.06 / 12.06. (Theater Solothurn), 23.05. / 25.05. / 09.06. / 19.06.2012 (Theater Biel)

Dies ist die Geschichte von Albert Wegelin. Einem sanftmütigen Zeitgenossen, der stets an das Gute im Menschen glaubt. Als ihn seine Freundin verlässt, schlägt ihm das aber doch ein wenig auf den Magen. Auf der Arbeit interpretiert man seine Appetitlosigkeit irrtümlicher Weise als Hungerstreik und Wegelin wird fristlos entlassen.

Sofort stürzen sich Freunde und Verwandte, Medien und Politik auf Wegelin und drängen ihn dazu, gegen das Unrecht auf die Barrikaden zu gehen. Weil er das Richtige tun will, beginnt er zu hungern. Doch damit macht er sich unwissentlich zum Spielball höherer Mächte ...

In drastisch-skurrilen und äusserst schwarzhumorigen Bildern schildert Lukas Linder die Unfreiheit eines Menschen, der in einer unmoralischen Welt moralisch sein will, und wirft so die Frage auf, ob Gerechtigkeit und gutes Handeln in einer Gesellschaft, in der diese Kategorien längst korrumpiert wurden, überhaupt noch möglich sind.

Mit rasantem Sprachwitz beschreibt er in diesem parabelhaften Märchen eine Welt, welcher ein Mensch, der aus ganzem Herzen an sie glaubt, unheilvoll ausgeliefert ist.

Lukas Linder wuchs in Uhwiesen am Rheinfall auf. Von 2004 bis 2011 studierte er Germanistik und Philosophie an der Universität Basel. 2008 nahm er am Autorenlabor des Düsseldorfer Schauspielhauses teil, wo er mit seinem Stück «Die Trägheit» sowohl den Jury- wie auch den Publikumspreis gewann.

2010 folgte die Uraufführung am Düsseldorfer Schauspielhaus in der Regie von Tina Lanik. Im selben Jahr inszenierte Martin Ratzinger am Staatstheater Darmstadt Lukas Linders zweites Stück «Das traurige Schicksal des Karl Klotz». In Planung ist die Uraufführung seines dritten Stücks «Ich war nie da» am Schauspielhaus Wien. Das Stück wurde 2010 mit dem Hans-Gratzer-Preis ausgezeichnet.

TRIPTYCHON EINES SELTSAMEN GEFÜHLS*

Von Beatrice Fleischlin

Inszenierung: Elias Perrig / Antje Schupp

Ausstattung: Beate Fassnacht

Dramaturgie: Fadrina Arpagaus

Mit: Inga Eickemeier, Katka Kurze, Claudia Jahn, Andrea Bettini, Benjamin Kempf, Martin Hug

Premiere: 2. Juni 2012, 20.00 Uhr, Theater Basel, Schauspielhaus

Vorstellungen: 05.06. / 11.06. / 19.06. / 23.06. 2012

Was ist es eigentlich, das uns dazu treibt, einander immer wieder zu suchen und in die Aufregung einer Begegnung hineinzugehen? Was ist diese Not und diese Lust, sich mit etwas, was nicht man selbst ist, auseinanderzusetzen? Das ist eben das seltsame Gefühl. Wer mittut in diesem Reigen der Verzweiflung und der Euphorie, gewinnt. Was? Man kann es nicht benennen.

Wir werden unserer Liebe nicht entgehen, nie, niemals. Sogar dann, wenn uns die Worte ausgehen, sogar dann, wenn alles schon gefühlt, gesagt, gedacht ist. Die Liebe ist unendlich banal, und sie weiss es. Sie weiss auch, dass wir es wissen. Und gerade darum muss sie immer wieder neu erfunden werden.

Die Liebe lässt Beatrice Fleischlin nicht los und sie die Liebe nicht, sie packt sie in Formen und gibt ihr Bilder, in diesem Falle drei: ein Bild für das Begehren zweier Menschen, ein zweites für die Einsamkeit eines einzelnen, ein drittes für den Rausch vieler.

Und sie lässt zwei unterschiedliche Regisseure an ihre Texte, Elias Perrig und Antje Schupp, die sich mit ihren ganz eigenen Handschriften und von verschiedenen Seiten an die Liebe anschleichen und sich dabei aufeinander zu bewegen.

Mit ihrem «triptychon» reisst die Hausautorin am Theater Basel so den letzten rauschenden Tanz dieser Spielzeit an: grandios, wild, unvollkommen, traurig, verschroben, überschwänglich und natürlich: *bombastisch.

Beatrice Fleischlin ist in Sempach aufgewachsen. Sie studierte an der Hochschule für Musik und Theater Zürich, es folgten Engagements am Theater Biel Solothurn, am Theater der Hansestadt Wismar und in der freien Szene Berlins. 2002 bis 2007 entwickelte sie unter dem Label GASTSTUBE mit Nicolas Galeazzi und Andreas Liebmann Projekte an der Schnittstelle von Theater, Installation und Interaktion u.a. für die Rote Fabrik Zürich, La Bâtie Festival Genf, dietheater Wien, Sophiensaele Berlin.

Seitdem realisiert sie als Schauspielerin und Performerin eigene Projekte. 2010/2011 spielte sie in Stücken von Thom Luz, Boris Nikitin und Andreas Liebmann. Mit der Performerin Anja Meser entwickelte sie das Projekt «Come on baby», mit dem sie an der Kaserne Basel, in Luzern, Zürich und an den Zeitgenössischen Schweizer Tanztagen in Bern zu Gast war.

GRIMM – EINE HAUSMÄRCHEN-EXPEDITION

Von Verena Rossbacher und Thorleifur Örn Arnarsson

Premiere: 4. Mai 2012, 19.30 Uhr, Luzerner Theater

DER MANN IN DER BADEWANNE ODER WIE MAN EIN HELD WIRD

Von Lukas Linder

Premiere: 10. Mai 2012, 19.30 Uhr, Theater Solothurn

TRIPTYCHON EINES SELTSAMEN GEFÜHLS*

Von Beatrice Fleischlin

Premiere: 2. Juni 2012, 20.00 Uhr, Theater Basel, Schauspielhaus

*dieses eine bombastische

Stück Labor Basel 2011/12

Neue Schweizer Dramatik

Eine Kooperation von Theater Basel, Theater Biel Solothurn und Luzerner Theater.

Mit der freundlichen Unterstützung von Pro Helvetia, Migros-Kulturprozent, Ernst Göhner Stiftung, AdS Autorinnen und Autoren der Schweiz und dem Theater Basel.

Uraufführungen: „Grimm – Eine Hausmärchen-Expedition“ am 04.05.2012 am Luzerner Theater, „Der Mann in der Badewanne oder Wie man ein Held wird“ am 10.05.2012 am Theater Biel Solothurn sowie „triptychon eines seltsamen gefühls*“ am 02.06.2012 am Theater Basel.

*dieses eine bombastische

Weitere Informationen unter www.stuecklaborbasel.ch

Kontakt: Heike Dürscheid, info@stuecklaborbasel.ch 

Mit der Bitte um Veröffentlichung. Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne unter 0041/61/295 14 98 zur Verfügung. 

Dr. Michael Bellgardt

Pers. Referent des Direktors
Marketingdirektor und Pressesprecher
Theater Basel
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