25.02.2013 08:00

Staatstheater Mainz: Maria Hilf - lotet auf grandiose Art den menschlichen Umgang mit Trauer aus bis zum 12.5.2013

Staatstheater Mainz: Maria Hilf - lotet auf grandiose Art den menschlichen Umgang mit Trauer aus bis zum 12.5.2013

(c) Martina Pipprich

Von: GFDK - Staatstheater Mainz - 5 Bilder

Nicht nur das „Stabat mater“ von Pergolesi, auch „Infinito nero“ von Salvatore Sciarrino nimmt Bezug auf Maria, die Mutter Gottes. „Schaut die Mutter voller Schmerzen, wie sie, mit zerriss’nem Herzen unter’m Kreuz des Sohnes steht“ – das „Stabat mater“, insbesondere in der Vertonung von Pergolesi, ist sicher die anrührendste Vergegenwärtigung dieses ebenso menschlich ergreifenden wie kulturgeschichtlich folgenreichen Schmerzes: Maria, von schwerstem Verlust getroffen, erscheint als Vorbild inniger Anteilnahme.  

Anteilnahme kann sich zur Ekstase steigern, Menschen über die Grenzen ihres Selbst hinaustreiben: Salvatore Sciarrinos „Infinito nero“ beschwört den Augenblick selbstvergessenen Außer-Sich-Seins. Die Visionen der Mystikerin Maria Maddalena de’ Pazzi (1607 verstorben, 1669 heiliggesprochen) bilden die Textgrundlage. Sciarrinos Musik zeichnet erschütternd genau die Anatomie einer Ekstase, die noch über Gott hinaus in eine Wüste geht.

Eine englische Verlustanzeige – Fundstück in einem Fahrstuhl – gibt Helmut Lachenmanns „Got lost“ den Titel. Vermisst wird ein Wäschekorb, nicht Gott, wie der Titel, ohne ihn vor Augen zu haben, auch suggerieren könnte: God lost – Gott verloren. Helmut Lachenmann, einer der bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten, schickt neben Texten von Friedrich Nietzsche („Verloren bist du, glaubst du – an Gefahr“) und Fernando Pessoa diese Verlustanzeige durch ein ständig sich wandelndes „Klang-, Hall- und Bewegungsfeld“ und schafft ein Werk, das über einem Abgrund an möglichen Bedeutungen ein heiteres Spiel entfaltet.

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