11.10.2011 07:02 Drama des Krieges ist allgegenwärtig

Staatstheater Mainz: DRAUSSEN VOR DER TÜR von Wolfgang Borchert

Von: Staatstheater Mainz

Es passiert täglich in Afghanistan und Libyen oder irgendwo anders auf der Welt. Das Drama des Krieges, es ist allgegenwärtig und doch unsichtbar für uns. Ein Gesicht bekommt der Krieg erst, wenn die Soldaten zurückkehren, oft traumatisiert und versehrt.

Die Generation der Heimkehrer aus dem Zweiten Weltkrieg porträtierte 1946 der 26-jährige Wolfgang Borchert. Es ist eine Art Requiem, in das die Lebensstationen des Kriegsheimkehrers Beckmann eingebettet sind. In knappen, expressionistisch-alptraumhaften Szenen wandert Beckmann durch die Straßen einer verlorenen Zeit, zwischen Leben und Tod, Vergangenheit und Gegenwart, Traum und Realität.

Er hat den Anschluss an die Welt und das Leben verpasst. Seine Frau hat einen Anderen, seine Geliebte kommt von der Erinnerung an ihren gefallenen Mann nicht los. Sein Oberst, auf dessen Befehl hin er Kriegsverbrechen begangen hat, weist ihn ab, als er ihm die Schuld von damals zurückgeben will.

Mit den Bildern des Krieges, dieser kaum vorstellbaren Menschheitskatastrophe, im Kopf, taumelt Beckmann durch die Nachkriegswelt, die längst eine andere geworden ist.  Er bleibt allein, schreit, flüstert, dichtet sich die Verzweiflung von der Seele. Er klagt an, dass man jeden Tag morde und gemordet werde. Er fragt nach dem Sinn des Lebens und seines Weiterlebens, er fordert Moral und Verantwortung, verlangt nach Antworten. Am Ende ruft Beckmann nach Gott, der aber schweigt.

Kontakt

Staatstheater Mainz GmbH
Gutenbergplatz 7
55116 Mainz

Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Sabine Rüter, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

srueter(at)staatstheater-mainz.de