07.12.2012 08:02 Familiäre Tragödie

Staatstheater Mainz: Don Carlos - beschreibt Konflikt zwischen Glückssuche des Einzelnen und den Zwängen seiner Umwelt bis zum 30.12.2012

Staatstheater Mainz: Don Carlos - beschreibt Konflikt zwischen Glückssuche des Einzelnen und den Zwängen seiner Umwelt bis zum 30.12.2012

Copyright: Bettina Müller

Von: GFDK - Staatstheater Mainz - 5 Bilder

Es geht um Freiheit. Um das, was wir bereit sind, für sie zu tun. Um das, was sie mit uns tut. Und um die Schwierigkeit, einen eigenen Weg zu finden in ihr.

Familiäre Tragödie und politischer Konflikt verschränken sich in Schillers Stück unauflösbar: Carlos liebt Elisabeth, die seinen Vater heiraten musste. Dass sie Carlos und frühere gemeinsame Ideale nicht ganz hinter sich lassen kann, macht beide zur Zielscheibe von Intrigen. Carlos’ Freund Posa verspricht Hilfe und fordert im Gegenzug, er solle den Freiheitskampf niederländischer Provinzen gegen die spanische Fremdherrschaft anführen. Einen Aufstand gegen den eigenen Vater. Die Zusage des Prinzen ist eher erotischen denn politischen Leidenschaften geschuldet. Zu belastet von seinem persönlichen Dilemma, der enttäuschten Liebe zu Elisabeth, ist er noch nicht bereit, Verantwortung zu übernehmen.

Posa hingegen schleust sich wie ein Computervirus ins Machtsystem des Hofes, um kühl-strategisch seine Vision von Freiheit und Gleichheit zu entwickeln. Ausgerechnet vom König wird er dabei als der „Mensch“ entdeckt, den er in seiner einsamen, ständig gefährdeten Allmacht so dringend sucht. Zwar kann Posa „nicht Fürstendiener sein“, aber er ist nicht frei von Eitelkeit und verfängt sich auf dem Weg zu seinen Zielen in den Netzen von Intrige und Inquisition.

Wie kaum ein anderes Werk der Theaterliteratur zeichnet „Don Carlos“ den Konflikt zwischen Glückssuche des Einzelnen und den Zwängen seiner Umwelt, sucht nach individuellen Handlungsspielräumen und weist dabei nachdrücklich auf die politische Verantwortung eines Jeden.

Sarantos Zervoulakos

1980 in Thessaloniki geboren und in Letmathe aufgewachsen, inszeniert u. a. am Burgtheater Wien, in Heidelberg, Düsseldorf und Oberhausen. In Mainz zeigte er in der Spielzeit 2011/ 2012 Tennessee Williams’ „Die Katze auf dem heißen Blechdach“.

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