02.01.2013 08:02 Empfohlen ab 16 Jahren

Staatstheater Kassel: Lulu - Eine Monstretragödie von Frank Wedekind bis zum 18.01.2013

Staatstheater  Kassel: Lulu - Eine Monstretragödie von Frank Wedekind  bis zum 18.01.2013

(c) N. Klinger

Von: GFDK - Staatstheater Kassel

Lulu war einst vom Chefredakteur Dr. Schöning auf der Straße aufgelesen, zu seiner Geliebten gemacht und schließlich an den reichen Dr. Goll vermittelt worden. Als Goll sie mit dem Maler Schwarz in flagranti ertappt, erleidet dieser einen Schlaganfall und verstirbt noch an Ort und Stelle. Lulu heiratet den Maler, ohne jedoch ihre fortwährende Affäre mit Dr. Schöning aufgeben zu wollen. Schwarz erfährt von Lulus Lebenswandel und schneidet sich die Kehle durch.

Es kommt zur lang ersehnten Heirat mit Schöning; Lulu hat jedoch weiterhin zahlreiche Liebhaber und Verehrer, u. a. Schönings Sohn Alwa und die lesbische Gräfin Geschwitz. Als Schöning – eifersüchtig, lebensmüde und morphiumabhängig – sie zum Selbstmord zwingen will, taucht Rodrigo Quast auf und geht dazwischen, es lösen sich zwei Schüsse, Schöning wird getroffen und stirbt.

Auf der Flucht vor der Polizei landen Alwa und Lulu, die inzwischen geheiratet haben, in Paris. Rodrigo erpresst Lulu mit Geldforderungen. Der Zuhälter Casti-Piani, der ebenfalls Wind von der Sache bekommen hat, will sie als Prostituierte verkaufen oder verraten.

Als Lulu kein Geld mehr besitzt, um Rodrigos Schweigen zu bezahlen, bittet sie ihren Ziehvater Schigolch ihn zu töten. Als Lockvogel benutzt sie die Gräfin Geschwitz, der sie eine gemeinsame Liebesnacht verspricht. Lulu flieht weiter nach London, wo sie gemeinsam mit Schigolch und Alwa in Elend und Armut lebt. Auch die Geschwitz, die Lulu wie ein Schatten überallhin begleitet, hat mit ihrer unglücklichen Liebe alles verloren. Sie versucht mit aller Kraft Lulu davon abzuhalten, auf die Straße zu gehen. Aber Lulu hat keine andere Wahl mehr, bis sie eines Nachts Jack the Ripper begegnet.

»In Lulu geht es um eine große Sehnsucht, die Sehnsucht, ganz frei die Liebe voll auskosten zu können. Und da das, wie wir klugen zivilisierten Krüppel ja ganz genau wissen, nicht gut gehen kann, lässt Lulu sich lieber abschlachten als dass sie Kompromisse macht mit ihrem Seelenwunsch. Wedekind hat das Ganze eine Monstretragödie genannt. Wahrscheinlich ist Wedekind das Monstre, weil er die Schrecken und Lüste unserer Welt so genau erkannt und mi8t so viel Mitgefühl beschrieben hat.« Peter Zadek

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Juliane Clobes
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