04.02.2013 08:00 Regie: Andreas Kriegenburg

Staatsschauspiel Dresden: Die Fliegen von Jean-Paul Sartre, Premiere am 8.2.2013

Staatsschauspiel Dresden: Die Fliegen von Jean-Paul Sartre, Premiere am 8.2.2013

Foto: Matthias Horn

Von: GFDK - Staatsschauspiel Dresden

„Die Fliegen“ ist Sartres Version, seine Überschreibung der „Orestie“ des Ai­schylos. Es ist eine Geschichte von schuldhafter Verstrickung, von Verbrechen und  Rache und dem daraus erwachsenden, immerwährenden Zirkel der Vergeltung.

Orest kommt in die Stadt seiner Kindheit zurück, sein Vater Agamemnon ist erschlagen worden, die Mutter lebt mit dem Mörder des Vaters zusammen und regiert eine Stadt, die den Mord in wohliger Angstlust geduldet hat. Die Bürger von Argos suhlen sich geradezu in Schuld und Sühne. Gemeinsam mit seiner Schwester Elektra wird Orest den Tod des Vaters rächen und lernen müssen, wie er mit der Schuld, die auch die scheinbar gerechte Sache mit sich bringt, weiterleben kann.
Vielfach ist das Stück als Sartres „Résistance-Drama“ bezeichnet worden.

Die Uraufführung fand in Paris am 3. Juni 1943 im Théâtre Sarah-Bernhardt statt, das zu diesem Zeitpunkt „arisiert“ worden war und Théâtre de la Cité hieß. Die Uraufführung des Dramas war eine von der Zensur unbemerkte Form der Auseinandersetzung mit der Situation der französischen Bevölkerung und dem verhassten Vichy-Regime. Sartre selbst wies einige Jahre später darauf hin, dass das Stück jedoch keineswegs nur historisch gelesen werden dürfe. Es müsse sich vor dem Hintergrund seiner jeweiligen Aufführungszeit stets neu erweisen und die Schuldfrage neu stellen.
 
Andreas Kriegenburg arbeitet erstmals am Staatsschauspiel Dresden. Er zählt zu den profiliertesten Regisseuren des deutschsprachigen Raums. Seine Inszenierungen wurden vielfach ausgezeichnet und sind regelmäßig beim Berliner Theatertreffen zu sehen. In der jüngsten Vergangenheit arbeitete er vor allem in Hamburg, Berlin und München. Sein Theater ist immer auch Körpertheater, der Slapstick dabei eine beliebte Spielart. Dabei jedoch stecken seine Arbeiten, wie die Süddeutsche Zeitung schrieb, „so voller Zärtlichkeit, Humor und trauriger Poesie, dass es einem das Herz abschnürt – vor Schmerz und vor Glück.“ Seit Jahren arbeitet Andreas Kriegenburg auch in der Oper. Ab dem 27. Januar 2013 ist an der Semperoper seine Inszenierung von Händels „Orlando“ zu sehen.

Besetzung:

Jupiter, Gott über die Fliegen und den Tod: Christian Erdmann
Orest, Sohn von Klytämnestra und Agamemnon: Christian Clauß
Ägist, der neue König und Mörder des Agamemnon: Benjamin Höppner
Der Pädagoge, Privatlehrer von Orest: Torsten Ranft
Elektra, Tochter der Klytämnestra und Agamemnon: Sonja Beißwenger
Klytämnestra, alte und neue Königin: Nele Rosetz
Der Große Priester: Tom Quaas
Chor: Stefko Hanushevsky, Robert Höller, Thomas Kitsche, Anna-Katharina Muck

Regie Andreas Kriegenburg
Bühne Harald Thor
Kostüm Barbara Drosihn
Dramaturgie Robert Koall
Licht Björn Gerum

Kontakt

Martina Aschmies
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Theaterstraße 2
01067 Dresden

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